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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

Samson  von  Tottington,  Abt  von  St.  Edmund.

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dazu  einzuladen.  „Sollte  derselbe  aber“,  fuhr  Samson  in  seiner
Antwort  fort,  „etwa  beabsichtigen,  ein  Scrutinium  in  dem  Capitel
zu  machen,  so  würde  man,  Alle  wie  Einer,  Widerstand  leisten  und
mit  Berufung  auf  die  Privilegien  des  Klosters  nach  Rom  appelliren.“
„So  werden  wir  es  machen“,  fügte  Samsoin  noch  hinzu,  „wenn  er
jetzt  kommt;  sollte  er  indessen  seine  Ankunft  aufschieben,  so  werden
wir  unterdessen  beim  Papste  anfragen,  welche  Kraft  die  Privilegien
unserer  Kirche,  die  wir  von  ihm  und  seinen  Vorgängern  erhalten
haben,  gegen  den  Erzbischof  haben,  der  von  dem  apostolischen
Stuhle  die  Gewalt  auch  über  alle  privilegirten  Kirchen  erhalten  hat.“
Nachdem  Hubert  diess  erfuhr,  war  er  erfreut  und  dem  Abte  willfährig;
seine  Ankunft  schob  er  indessen  auf.  Samson  aber  sendete  eiligst
nach  Rom,  um  sich  auf  jene  Anfrage  Auskunft  zu  verschaffen.
Innocenz  III.  schrieb  darauf  an  Hubert,  dass  die  Kirche  von  St.
Edmund  als  spiritualis  filia  des  apostolischen  Stuhles  keinem  andes)
  ren  Legaten,  als  nur  einem  Legatus  a  latere  Rede  zu  stehen  habe,
er  möge  daher  von  ihr  ablassen;  die  Boten  Samson’s  brachten  auch
diesem  die  nämliche  Erklärung  mit.  Hiervon  erhielt  der  Erzbischof
durch  seine  Agenten  in  Rom  Auskunft  und  als  er  seine  Visitation  in
Norfolk  und  Suffolk  vornahm,  liess  er  den  Abt  bitten,  ihm  den  päpstlichen ­
  Brief  mitzutheilen.  Samson  hatte  siöh  vorgesehen  und  sich
das  päpstliche  Ausschreiben  in  zwei  Exemplaren  erbeten;  eines
davon  schickte  er  dem  Erzbischof,  ohne  ihn  weiter  einzuladen  oder
zu  besuchen.  Diess  nahm  Hubert  sehr  übel  auf  und  aus  Furcht,  er
könnte  in  St.  Edmund  abgewiesen  werden,  nahm  er  einen  andern
Weg  nach  Ely  und  ging  dann  nach  London.  Zwischen  Waltham  und
der  Hauptstadt  traf  er  auf  den  Abt  und  machte  ihm  Vorwürfe,  dass
er  ihm,  als  dem  königlichen  Grossriehter,  nicht  habe  aufwarten
wollen.  Samson  erwiederte  ihm,  dass  er  gar  nicht  als  königlicher
^  Grossrichter,  sondern  als  päpstlicher  Legat,  um  in  allen  Klöstern  ein
Scrutinium  vorzunehmen,  gekommen  sei.  Das  Gespräch  wurde  allmählich ­
  sehr  lebhaft,  Samson  wusste  jedoch  das  Mass  in  jeder
Beziehung  einzuhalten,  während  der  Erzbischof  sich  nicht  bemeistern
konnte.  Als  er  jedoch  erfuhr,  dass  der  Erzbischof  von  York  als  päpstlicher ­
  Legat  nach  England  komme  und  ihn  in  Rom  verdächtigt  batte,
wie  er  die  Klöster  auf  seinen  Visitationen  mit  Procurationen  im
Belaufe  von  32.000  Mark  belästigt  habe,  zog  er  andere  Saiten  auf.
Er  bat  nunmehr  den  Abt  von  St.  Edmund,  ihm  ein  schriftliches  Zeug-
            
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