Samson von Tottington, Abt von St. Edmund.
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dazu einzuladen. „Sollte derselbe aber“, fuhr Samson in seiner
Antwort fort, „etwa beabsichtigen, ein Scrutinium in dem Capitel
zu machen, so würde man, Alle wie Einer, Widerstand leisten und
mit Berufung auf die Privilegien des Klosters nach Rom appelliren.“
„So werden wir es machen“, fügte Samsoin noch hinzu, „wenn er
jetzt kommt; sollte er indessen seine Ankunft aufschieben, so werden
wir unterdessen beim Papste anfragen, welche Kraft die Privilegien
unserer Kirche, die wir von ihm und seinen Vorgängern erhalten
haben, gegen den Erzbischof haben, der von dem apostolischen
Stuhle die Gewalt auch über alle privilegirten Kirchen erhalten hat.“
Nachdem Hubert diess erfuhr, war er erfreut und dem Abte willfährig;
seine Ankunft schob er indessen auf. Samson aber sendete eiligst
nach Rom, um sich auf jene Anfrage Auskunft zu verschaffen.
Innocenz III. schrieb darauf an Hubert, dass die Kirche von St.
Edmund als spiritualis filia des apostolischen Stuhles keinem andes)
ren Legaten, als nur einem Legatus a latere Rede zu stehen habe,
er möge daher von ihr ablassen; die Boten Samson’s brachten auch
diesem die nämliche Erklärung mit. Hiervon erhielt der Erzbischof
durch seine Agenten in Rom Auskunft und als er seine Visitation in
Norfolk und Suffolk vornahm, liess er den Abt bitten, ihm den päpstlichen
Brief mitzutheilen. Samson hatte siöh vorgesehen und sich
das päpstliche Ausschreiben in zwei Exemplaren erbeten; eines
davon schickte er dem Erzbischof, ohne ihn weiter einzuladen oder
zu besuchen. Diess nahm Hubert sehr übel auf und aus Furcht, er
könnte in St. Edmund abgewiesen werden, nahm er einen andern
Weg nach Ely und ging dann nach London. Zwischen Waltham und
der Hauptstadt traf er auf den Abt und machte ihm Vorwürfe, dass
er ihm, als dem königlichen Grossriehter, nicht habe aufwarten
wollen. Samson erwiederte ihm, dass er gar nicht als königlicher
^ Grossrichter, sondern als päpstlicher Legat, um in allen Klöstern ein
Scrutinium vorzunehmen, gekommen sei. Das Gespräch wurde allmählich
sehr lebhaft, Samson wusste jedoch das Mass in jeder
Beziehung einzuhalten, während der Erzbischof sich nicht bemeistern
konnte. Als er jedoch erfuhr, dass der Erzbischof von York als päpstlicher
Legat nach England komme und ihn in Rom verdächtigt batte,
wie er die Klöster auf seinen Visitationen mit Procurationen im
Belaufe von 32.000 Mark belästigt habe, zog er andere Saiten auf.
Er bat nunmehr den Abt von St. Edmund, ihm ein schriftliches Zeug-