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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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Phil  1  i  p  s

beiden  Grafschaften  Norfolk  und  Suffolk  waren  in  die  Misericordia
Regis  verfallen  i,  so  zwar,  dass  jene  fünfzig,  diese  dreissig  Mark
zahlen  sollte.  Es  handelte  sich  nunmehr  um  die  Repartirung  dieser
Summen.  Samson  eilte  sogleich  zu  Heinrich  II.  nach  Clarendon  und
erwies,  dass  St.  Edmund  durch  ein  Privilegium  Edward’s  des  Bekenners ­
  von  allen  dergleichen  Abgaben  befreit  sei.  Heinrich  veranlasste
  sogleich,  dass  aus  jeder  der  beiden  Grafschaften  sechs  Ritter
vor  der  Curia  Scaccarii  (Court  of  tlie  Exchequer)  erscheinen  und
sich  über  diese  in  Anspruch  genommene  Befreiung  erklären  sollten.
Zur  Ersparung  der  Kosten  nahm  man  statt  zwölf  überhaupt  nur
sechs  Ritter,  welche  wirklich  diese  Freiheit  anerkannten,  worauf
dann  die  Richter  der  genannten  Curie  diess  in  ihre  Rollen  eintrugen. ­

Zum  Schlüsse  mögen  hier  noch  zwei  Anekdoten  ihre  Stelle
finden.  Ein  Verwandter  des  verstorbenen  Abtes  Hugo,  Namens
Herbert  ",  war  Dekan  in  der  innerhalb  der  Bannmeile  gelegenen
Pfarrei  Haberdon  s.  Der  gute  alte  Herr  kam  auf  den  Gedanken,  sich
einen  kleinen  Erwerbszweig  durch  Anlage  einer  Windmühle  zu  verschaffen. ­
  Der  Abt,  als  er  diess  vernahm,  befahl  dem  Sacrista,  dass
er  durch  seine  Diener  die  Mühle  abtragen  lassen  solle.  Herbert  lief
zum  Abte  und  machte  Vorstellungen,  er  beschädige  ja  Niemand,
indem  er  nur  sein  eigenes  Getreide  auf  der  Mühle  mahlen  lassen
wolle  und  dazu  sei  er  als  freier  Mann  befugt.  Der  Abt  erwiederte:
„Da  danke  ich  Dir  so  viel  dafür,  als  ob  Du  mir  beide  Füsse  abgeschriitten;
  beim  Antlitz  Gottes,  ich  werde  kein  Brod  essen,  bevor
nicht  das  Gebäude  abgetragen  worden  ist.  Du  bist  ein  alter  Mann
und  solltest  wissen,  dass  es  weder  dem  Könige,  noch  dem  Grossrichter
zusteht,  innerhalb  der  Bannmeile  irgend  etwas  zu  ändern  oder  zu
errichten  ohne  die  Zustimmung  des  Abtes  und  des  Conventes;  und
Du  unterfängst  dich,  solches  zu  thun.  Auch  ist  diess,  wie  Du  behauptest, ­
  gar  nicht  ohne  Nachtheil  für  meine  Mühlen,  denn  die  Bürger
werden  nach  Belieben  zu  deiner  Mühle  kommen  und  ihr  Getreide
mahlen  lassen  und  ich  kann  sie,  als  freie  Leute,  nicht  davon  zurück-1)

  Jocelin  pag.  47.
2 )  Jocelin  pag.  43.  ^
8 )  An  diesem  Orte  herrschte  der  Gebrauch,  dass  hei  Verleihung  der  Pfarrei  eine  Frau
einen  weissen  Stier  darbringen  musste;  offenbar  eine  altheidnische  Gewohnheit.
Vergl.  Excursion  through  the  County  of  Suffolk.  Vol.  I.  pag.  10.
            
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