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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

Samson  von  Tottingtou,  Abt  von  St.  Edmund.

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lind  Kindern  mit  sich  nach  London,  wo  sie  dann  sämmtlich  ihr  Bekenntnis ­
  über  die  Verpflichtung  in  dem  Umfange,  wie  der  Abt
es  behauptete,  ablegten.  Es  fehlten  nur  noch  jene  beiden  angesehensten ­
  unter  den  Rittern,  Alberich  de  Ver  und  Wilhelm  von  Hastings, ­
  die  damals  im  Dienste  des  Königs  in  der  Normandie  sich  befanden. ­
  Nach  seiner  Rückkehr  fügte  auch  Wilhelm  sich  bald,  nur
Alberich  zögerte;  da  indessen  der  Abt  ihm  seine  Pferde  und  Rinder ­
  abpfänden  und  verkaufen  liess,  erschien  auch  er  und  erkannte
seine  Pflicht  an.
Samson  hatte  aber  schon  früher  bei  verschiedenen  Gelegenheiten ­
  seinen  Rittern  gezeigt,  wie  vorsichtig  er  sich  in  seinen  Beziehungen ­
  zu  ihnen  zu  benehmen  wisse.  Gleich  bei  der  ersten
Zusammenkunft  der  Ritter 1  trat  Thomas  von  Hastings,  der
Oheim  jenes  Wilhelm,  für  dessen  älteren  Bruder  Heinrich 2  mit
dem  Begehren  auf,  dass  dieser,  gemäss  einer  seinem  Vater  Rudolf ­
  ausgestellten  Urkunde  ,  als  Seneschall  des  Abtes  anerkannt
werde.  Samson  erklärte,  dass  er  das  Recht  wohl  anerkenne,  aber
es  müsse  für  den  unmündigen  Heinrich,  den  er  als  Seneschall  nicht
brauchen  könne,  ein  Stellvertreter  vorgeschlagen  werden.  Damit
geriet!»  die  Sache  in  Verzug;  nach  einiger  Zeit  indessen  brachte
Thomas  einen  sehr  einfältigen  Mann  als  Stellvertreter  in  Vorschlag.
Samson  nahm  denselben  an,  bemerkte  aber  zu  seinen  Hausgenossen: ­
  „Mir  ist’s  ganz  recht;  macht  der  erbliche  Seneschall  ein
Versehen,  so  verfällt  er,  nicht  ich,  in  die  Misericordia  Regis;
ein  Klügerer  könnte  mich  hintergehen  und  ich  werde  mir  mit  Gottes
Hilfe  selbst  schon  Seneschall  genug  sein.“
Bei  einer  andern  Gelegenheit 3  nahm  Graf  Richard  von  Cläre
eine  jährliche  Abgabe  von  fünf  Schillingen  von  der  zu  St.  Edmund
gehörigen  Hundred  Risebridge  in  Anspruch.  Bei  der  Eroberung  Englands ­
  war  diesem  Geschlecht  das  Besitzthum  jenes  Aelfric,  Withgar’s
  Sohn,  zugefallen,  welcher  der  Lehensträger  für  das  Witthum
der  Königinn  Emma,  wozu  jene  Hundred  gehörte,  gewesen  war 4 .

*)  Jocelin  pag.  20.
2 )  Derselbe  war  noch  iin  Jahre  1181  minderjährig - ;  er  begleitete  Richard  Löwenherz  auf
seinem  Kreuzzuge  und  starb  ohne  Nachkommen  ;  sein  Bruder  Wilhelm  (s.oben  S.  202.)
succedirte  ihm.
")  Jocelin  pag.  41  sqq.
4 )  S.  oben  S.  13ö.
            
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