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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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Phillips

Ehe  wir  nun  Samson  in  die  verschiedenen  Verhältnisse  begleiten,
in  welche  ihn  seine  Stellung  als  Lord  of  the  manor  führte,  möge
noch  eine  kurze  Zeit  in  dem  Innern  der  Kirche  von  St,  Edmund  und
an  dem  Schrein  des  Heiligen  verweilt  werden,  weil  auch  hier  eine
merkwürdige  Scene  spielt,  durch  welche  die  Regierung  des  Abtes
Samson  charakterisirt  wird.
XII.
Der  Schrein  des  heiligen  Edmund.
Es  ist  begreiflich,  dass,  wie  zu  Ehren  des  heiligen  Edmund  das
nach  ihm  benannte  Kloster  entstanden  und  durch  Schenkungen  und
Privilegien  zur  höchsten  äusseren  Pracht  und  Herrlichkeit  gelangt
war,  die  Frömmigkeit  der  Gläubigen  sich  auch  in  ihren  Geschenken
ganz  besonders  und  vornehmlich  der  Ruhestätte  des  Heiligen  zugewendet ­
  hat.  Könige  opferten  hier  ihre  Kronen  1  und  Juwelen,  Andere
folgten  diesem  Beispiele,  indem  sie  eine  Menge  von  Kostbarkeiten
dorthin  verehrten.  In  Folge  dessen  wurde  der  Schrein  des  heiligen
Edmund,  welcher  sich  in  der  Nähe  des  Hochaltars  befand,  allmählich
auf  das  Reichste  mit  Gold  und  Edelgestein  veiziert.  Die  oben
erwähnte  Handschrift  des  John  Lydgate  hat  ein  schönes  Miniaturbild
des  Schreins  aufbewahrt,  aus  welchem  man  die  Gestalt  desselben
zur  Zeit  König  Heinrich’s  VI.  wahrnimmt-.  Auch  Abt  Samson  hat
das  Seinige  dazu  beigetragen,  um  das  Grab  des  heiligen  Edmund
mit  edeln  Steinen  und  mit  Gold  reichlich  zu  verzieren.  Aber  nicht
bloss  das,  sondern  es  gelang  auch  seiner  Energie,  dasselbe  vor  jeder
beabsichtigten  Besteuerung  —  man  nannte  diess  Excrustation  —  zu
bewahren  3 .
Es  fallen  in  Samson’s  Zeit  und  zwar  in  das  Jahr  1198  zwei
Ereignisse,  welche  eben  diesen  Schrein  oder  den  Körper  des  heiligen ­
  Königs  seihst  betreffen.  Erstens  nämlich  gerieth  durch
Unvorsichtigkeit  der  Wächter  des  Schreines 4 ,  ein  hölzerner,  mit
einem  Teppich  bedeckter  Schrank  in  Brand,  welcher  sich  zwischen
dem  Hochaltar  und  dem  Schrein  befand.  Auf  demselben  standen

*)  S.  oben  III.  S.  134.
2 )  Eine  Abbildung  bei  Yates,  History  and  Antiquities  of  St.  Edmundsbury.  P.  II.
3)  Siehe  unten  XVI.  S.  1VI,
4 )  J  o  e  e  I  i  n  pag.  78.  sqq.
            
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