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Phillips
Ehe wir nun Samson in die verschiedenen Verhältnisse begleiten,
in welche ihn seine Stellung als Lord of the manor führte, möge
noch eine kurze Zeit in dem Innern der Kirche von St, Edmund und
an dem Schrein des Heiligen verweilt werden, weil auch hier eine
merkwürdige Scene spielt, durch welche die Regierung des Abtes
Samson charakterisirt wird.
XII.
Der Schrein des heiligen Edmund.
Es ist begreiflich, dass, wie zu Ehren des heiligen Edmund das
nach ihm benannte Kloster entstanden und durch Schenkungen und
Privilegien zur höchsten äusseren Pracht und Herrlichkeit gelangt
war, die Frömmigkeit der Gläubigen sich auch in ihren Geschenken
ganz besonders und vornehmlich der Ruhestätte des Heiligen zugewendet
hat. Könige opferten hier ihre Kronen 1 und Juwelen, Andere
folgten diesem Beispiele, indem sie eine Menge von Kostbarkeiten
dorthin verehrten. In Folge dessen wurde der Schrein des heiligen
Edmund, welcher sich in der Nähe des Hochaltars befand, allmählich
auf das Reichste mit Gold und Edelgestein veiziert. Die oben
erwähnte Handschrift des John Lydgate hat ein schönes Miniaturbild
des Schreins aufbewahrt, aus welchem man die Gestalt desselben
zur Zeit König Heinrich’s VI. wahrnimmt-. Auch Abt Samson hat
das Seinige dazu beigetragen, um das Grab des heiligen Edmund
mit edeln Steinen und mit Gold reichlich zu verzieren. Aber nicht
bloss das, sondern es gelang auch seiner Energie, dasselbe vor jeder
beabsichtigten Besteuerung — man nannte diess Excrustation — zu
bewahren 3 .
Es fallen in Samson’s Zeit und zwar in das Jahr 1198 zwei
Ereignisse, welche eben diesen Schrein oder den Körper des heiligen
Königs seihst betreffen. Erstens nämlich gerieth durch
Unvorsichtigkeit der Wächter des Schreines 4 , ein hölzerner, mit
einem Teppich bedeckter Schrank in Brand, welcher sich zwischen
dem Hochaltar und dem Schrein befand. Auf demselben standen
*) S. oben III. S. 134.
2 ) Eine Abbildung bei Yates, History and Antiquities of St. Edmundsbury. P. II.
3) Siehe unten XVI. S. 1VI,
4 ) J o e e I i n pag. 78. sqq.