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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

Samson  von  Tottington,  Al»t  von  St.  Edmund.

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Reichnisse  völlig  sicher  zu  sein,  liess  Samson  eine  genaue  Heberolle— ­
  er  nannte  sie  sein  Kalendarium  —  aufzeichnen 1 ,  welche
er  dann  täglich  zur  Hand  nahm,  gleichsam  wie  einen  „Spiegel  seiner
Ordnungsliebe“,  sagt  Jocelin.  Eben  dieser  erwies  seinem  Ahle  darin
einen  besondern  Gefallen,  dass  er  ihm  ein  Verzeichniss  aller  derjenigen ­
  Kirchen  anfertigte,  die  zur  Collatiou  des  Abtes  so  wie
des  Conventes  gehörten  2 .
Häufig  vernimmt  man  nun  den  Vorwurf  wiederholen,  dass
Samson  auch  mehrere  Höfe  des  Conventes  in  seine  Hand  nahm,  wozu
er  allerdings  als  Haupt  des  Klosters  gemäss  der  Regel  des  heiligen
Benedict  befugt  war 3 ;  freilich  legte  ihm  hierin  die  Gütertheilung
des  Abtes  Robert,  die  auch  er  anerkannt  hatte 4 ,  Schranken  an.
Allein,  wenn  er  diess  auch  tliat,  so  gereichte  es  dem  Kloster  selbst
zum  grössten  Vortheil,  da  der  Convent,  wenn  er  hierin  freie  Hand
hatte,  die  Güter  doch  nur  schlecht  verwaltete  und  Samson  diess  gerade
vortrefflich  verstand  5 .  Es  hätte  sich  in  der  Tliat  gar  nichts  dagegen
sagen  lassen,  wenn  dem  Kloster  nicht  die  mehrfach  erwähnte  Gefahr
gedroht  hätte,  dass  für  den  Fall  der  Sedisvacanz  der  König  auch
dergleichen  Güter  in  seine  Hand  nehmen  würde c ;  allein  seihst  für
diesen  Fall  war  es  für  den  Convent  vortheilhafter,  für  die  Zeit  der
Sedisvacanz  einige  Einkünfte  zu  entbehren,  als  verwahrloste  Güter
zu  haben,  die  keine  Einnahmen  brachten.
Es  braucht  kaum  mehr  erwähnt  zu  werden,  dass  alle  Erträgnisse ­
  von  dem  Abte  auf’s  Zweckmässigste  verwendet  wurden.
Samson  haute  nicht  nur  Söller  und  Wohnhäuser,  sondern  auch
Schulen  und  Spitäler,  nahm  grosse<  Bauten  und  Reparaturen  am
Münster 7  und  den  benachbarten  Kirchen  des  heiligen  Andreas,
der  heiligen  Katharina  und  Fides  vor,  und  liess  es  auch  an  verschiedenen ­
  Stiftungen  für  seine  Schulen  und  Spitäler  nicht  fehlen 8 .
1 )  Jocelin  pag.  21  und  22.
2 )  Jocelin  pag.  40.
3 )  J  o  c  e  1  i  n  pag.  05.
4 )  J  oceli  u  pag.  28.
5 )  Jocelin  pag.  25.  Sicut  profecit  sapientia,  ita  et  providentia  in  rehus  custodiendis
et  augendis  et  in  expensis  honorifice  faciendis.
6 )  Vergl.  oben  X.  2.  S.  183.
7 )  Er  baute  hier  namentlich  den  Chor  und  die  Thürme.  Vergl.  oben  VI.  S.  40.  VII.  S.  107.
S.  auch  1t  okewood,  Notes,  pag.  125.
8 )  Vergl.  Jocelin  pag.  33  und  70.  Die  von  ihm  begonnene  Kirche  von  St.  Jakob  war
noch  im  sechzehnten  Jahrhundert  unvollendet.  S.  Excursions  through  the  County  of
Suffolk.  Vol.  I.  pag.  14.
            
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