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Phillips
eine mit Gold durchwebte Mitra, Sandalen und seidene Stiefeln und
einen zierlich gearbeiteten Bischofsstab von Silber. Dennoch wurde
ihm der Vorwurf des Geizes gemacht: „er nehme“, so hiess es i , „für
sich die Einkünfte der Sacristei in Anspruch; er lasse das Getreide
liegen, bis er es theuer verkaufen könne, er belaste durch seine
häufige Abwesenheit den Cellerarius mit der Aufnahme der Gäste“
u. s. w. Allein Jocelin gibt hier die Erklärung ah: Samson empfange
nichts von der Sacristei, was nicht durchaus zum Vortheil der Kirche
verwendet werde und das könne selbst der blasse Neid nicht leugnen;
auch habe Samson aus den Oblationen in Zeit von fünfzehn Jahren
Grösseres und Besseres zu Stande gebracht, als früher in vollen
vierzig Jahren geschehen sei. Für Samson’s öftere Abwesenheit
fand Jocelin die Entschuldigung, dass der Abt leider nur zu sehr
Veranlassung habe, auswärts fröhlicher und heiterer zu sein, als
daheim, wo er über alles Mass von den Leuten, insbesondere von
den vielen Gästen überlaufen werde; es sei daher auch gar nicht zu
verwundern, wenn er oft ein verdriessliches Gesicht mache. Jocelin
bemerkt dabei, es sei freilich wahr, dass die Gäste, obschon er sie
gut in Speis’ und Trank halte, ihm seine unfreundliche Miene übet
nehmen. Eines Tages fasste sich unser guter Chronist ein Herz und
sprach zu seinem Abte: „Zwei Dinge sind es, die mir an Euch auffallen;
das Eine, dass Ihr auch noch in Eurem gegenwärtigen Stande
der Schule von Melun (Abälard) darin anhänget, dass aus dem
Falschen Nichts hervorgehen könne, und das Zweite, dass Ihr zu Hause
kein so freundliches Gesicht macht wie auswärts und nicht unter
Euern Brüdern verweilet, die Euch lieben und liebten und Euch
zu ihrem Herrn erwählt haben, und selten unter ihnen und auch
dann nicht fröhlich seid“. Während Samson auf das Erstere sich
nicht weiter einliess senkte er beim Zweiten ernsten Blickes
das Haupt und antwortete: „Du bist ein Thor und redest thöricht;
du solltest wissen, was Salomon sagt: „„Viele Töchter hast du,
zeige ihnen kein freundlich Gesicht““ 2 . Ich schwieg, doch sagte
!) Jocelin pag. 2o sqq.
2 ) Jocelin pag. 26. welcher die Stelle hei Jesus Sirach (Eccli. VII. 26) Salamon
zuschreibt, gibt dieselbe, wohl aus einem Gediichlnissfehler, also wieder: „Filie
tibi sunt multe: vultum propicium ne ostendas eis“; sic lautet in der V u I g a ta :
„Filiae tibi sunt : serva corpus illarum et non ostendas bilarem faciein tuain ad illas“ •