Samson von Tottington, Al»t von St. Edmund.
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Gläubiger plagten ihn so sehr, dass er darüber den Schlaf verlor <,
blass und mager wurde und oft sagte: „Nie wird mein Herz zur
Ruhe kommen, bis dass nicht alle Schulden bezahlt sind“. Die
Zudringlichkeit der Juden mag auch einigen Antheil daran gehabt
haben, dass er sich um so mehr an die damals allgemein in England
ergriffene Massregel anschloss, die Juden aus dem ihm untergebenen
Gebiete zu vertreiben 2 . Damit war wenigstens den leichtsinnigen
Schuldenmachern in seinem Kloster eine bequeme Gelegenheit
entzogen; Jocelin rühmt daher seinen Abt wegen dieser Massregel
ausnehmend 2 .
Samson wusste alle Verhältnisse wohl zu ordnen und verstand
es insbesondere, mit einer weisen Sparsamkeit die Aufrechterhaltung
der äusseren Würde des Abtes als eines Lords zu vereinigen.
Er batte eine bedeutende Hofhaltung», einen grossen Marstall 5
und überhaupt alle für seine Stellung erforderlichen Anstalten und
hielt mit Nachdruck darauf, dass in diesem Verhältnisse kein Abbruch
geschah. Als daher der Bischof von Ely in seiner Eigenschaft als
päpstlicher Legat im Jahre 1190 auf einem Concilium zu London
den Äbten eine bestimmte Anzahl von Pferden vorschreiben wollte,
entgegnete Samson 8 : „Ich habe die Baronie des heiligen Edmund
und seine Herrschaft zu bewahren; mir genügen nicht dreizehn
Pferde, wie manchen anderen Äbten, ich bedarf deren mehr, um
für die Aufrechterhaltung der königlichen Gerichtsbarkeit zu
sorgen“. Dabei war er gern geneigt, den Convent durch Geschenke
zu erfreuen; nie kehrte er von einer Reise zurück, ohne dem Kloster
allerhand werthvolle Sachen mitzubringen 7 . So schenkte er im
Jahre 1198, aus der Normandie heimkehrend, trotz der grossen
Ausgaben, die ihm diese Reise verursacht hatte, dem Convente doch
noch ein goldenes Kreuz und ein kostbares Evangeliarium im Werthe
von achtzig Mark. Ein anderes Mal überreichte er seinen Brüdern
^Jocelin pag. 23.
2 ) Jocelin pag. 33.
3 ) S. unten XIV. S.211.
4 ) Jocelin pag. 30.
5 ) Jocelin pag. 19.
6 ) Jocelin p. 38 sqq.
7 ) Jocelin pag. 64.
Sitzb. d. phil.-hist. CI. XLVIIf. Bd. I. Hft.
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