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Phillips
es insbesondere hervor, dass er nicht im Stande sei, so, wie es von
einem Prior gefordert werde, eine gute Predigt im Capitel zu halten.
Indessen Samson versicherte ihn, es komme nicht darauf an, schöne
Phrasen zu machen und grosse Gelehrsamkeit herauszukramen,
sondern vielmehr darauf, die Gemiither zu erbauen. Hierauf küsste
Herebert dem Abte die Füsse und dieser installirte ihn als Prior.
Jocelin aber, damals Hospitiarius, stellte in der Stille seines Kämmerleins
Betrachtungen über dasjenige an, was er gesehen und gehört
hatte, so wie darüber, wie doch Herebert habe Prior werden können.
Er kam aber schliesslich zu dem Resultate, dass der Abt eigentlich
gar nicht so übel gewählt habe. Herebert's äussere Erscheinung, sein
freundliches, heiteres Wesen, sein wohlwollendes Benehmen und
viele andere schöne Eigenschaften, darunter auch seine Geläufigkeit
in der französischen Sprache, machten ihn, obschon es ihm etwas an
wissenschaftlicher Bildung mangelte, empfehlenswerth. Alles in Allem
gerechnet wurde Jocelin so froh angeregt, dass sich ihm eine Thräne
der Rührung aus dem Auge stahl; doch sagte er zu sich seihst:
„Lobe nicht zu früh, warte die weiteren Erfolge ab“. Wir wollen
wünschen, dass der gute Jocelin noch rechte Freude an dem neuen
Prior erlebt haben möge; lange hat sie jedoch nicht gedauert, denn
er starb im Jahre darauf.
XI.
Samson’s Verwaltung der Güter der Abtei.
Während bis zu dem Zeitpuncte, so weit die Chronik des
Jocelin reicht, die leichtsinnige Wirthschaft der meisten Vorstände,
unter denen jedoch Jocellus eine Ausnahme macht i, trotz aller
Gegenhemühungen des Abtes fortdauerte, hatte Samson nicht nur
den ihm als dem Abte zustehenden Theil des Klostervermögens auf
das Sorgfältigste verwaltet, sondern auch den Convent von den
älteren Schulden befreit. In zwölf Jahren waren alle jene Lasten abgetragen
2, welche aus der Zeit des Abtes Hugo herrührten. Diese
Schulden hatten ihm grosse Sorgen gemacht; die ihm nachlaufenden
*) Jocelin pag-. 90.