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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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Phillips

dass  er  dem  Abte  diese  Willenskraft  gab,  hier  einzugreifen!“  Und
Viele  sagten:  „So  ist’s  recht“.  Andere  aber  blieben  bei  ihrer  früheren ­
  Rede  und  brachten  auch  wiederum  den  „Wolf“  auf’s  Tapet,  aber
sie  mussten  selbst  von  den  Leuten  ausserhalb  des  Klosters  die  Worte
vernehmen:  „Der  Abt  versteht  allein  die  äussere  Verwaltung  zu
führen  und  Der  muss  auch  allein  das  Ganze  regieren,  der  allein  zu
regieren  versteht.“  Ja,  man  sagte  geradezu:  „Wenn  auch  nur  ein
Einziger  in  dem  zahlreichen  Convente  wäre,  der  sich  darauf  verstünde, ­
  das  Haus  zu  regieren,  so  würde  der  Abt  nicht  so  handeln“.
Indessen  es  begreift  sich,  dass  diejenigen,  denen  der  Abt  jetzt
das  Handwerk  gelegt  hatte,  ihm  so  viel  wie  möglich  entgegenwirkten
und  dass  sie  an  allen  denjenigen,  denen  der  bisherige  Schlendrian
zusagte,  Bundesgenossen  fanden;  dazu  kam,  dass  auch  so  manchem
unter  den  jüngeren  Mönchen  dasPrincip  des  Gehorsams  nicht  in  Saft
und  Blut  ühergegangen  war.  Es  bedurfte  daher  nur  einer  geringen
Veranlassung,  um  den  Geist  der  Auflehnung  hei  dem  Convente  heraufzubeschwören. ­
  Man  brach  auch  gern  die  Gelegenheit  vom  Zaune,  um
den  Abt  zu  kränken,  insbesondere  verfiel  man  darauf,  auf  eine  ziemlich ­
  kindische  Weise  an  ihm  sein  Möthchen  zu  kühlen.  Es  kam  der
28.  September,  der  Gedächtnisstag  des  Abtes  Robert  (II.),  welcher
die  Gütertrennung  eingeführt  hatte,  heran.  Die  Mönche  beschlossen
diesen  auf  besonders  feierliche  Weise  zu  begehen  und  die  Antiphonen ­
  ,,Placebo“  1  und  „Dirige“  2  in  dem  Officium  unter  dem  Schall
der  grossen  Glocke  abzusingen.  Als  Samson  den  völlig  ungewöhnlichen ­
  Glockenklang  vernahm  und  den  Sinn  davon  recht  wohl  verstand, ­
  liess  er  sich  nicht  irre  machen,  sondern  hielt  ganz  ruhig  ein
feierliches  Seelenamt.  Am  Tage  darauf  traf  er  die  Änderung,  dass
er  den  Subcellerariuszum  Cellerarius  machte  und  da  der  zurControle
eingesetzte  Cleriker  sich  eine  Menge  von  Überschreitungen  hatte  zu
Schulden  kommen  lassen,  so  setzte  er  denselben  zwar  nicht  ab,
übertrug  aber  doch  dem  Cellerarius  eine  freiere  Leitung.  Nachmals,
da  er  sah,  dass  er  trotz  aller  Sorgfalt  doch  nur  Undank  erntete  s ,
entfernte  er  den  Cleriker  ganz  und  liess  durch  den  Convent  den
Cellerarius  und  Subcellerarius  wählen;  damals  scheint  Jocellus

1)  Psalm.  CX1V.  9.  (Offic.  Def.  ad  Vesp.  Antiph.)
2 )  Psalm.  V.  9.  (OlFic.  l)ef.  ad  Matut.  in  pr.  Nocturn.  Antiph.).
3 )  J  o  c  e  l  i  n  pag-.  82.
            
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