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Phillips
dass er dem Abte diese Willenskraft gab, hier einzugreifen!“ Und
Viele sagten: „So ist’s recht“. Andere aber blieben bei ihrer früheren
Rede und brachten auch wiederum den „Wolf“ auf’s Tapet, aber
sie mussten selbst von den Leuten ausserhalb des Klosters die Worte
vernehmen: „Der Abt versteht allein die äussere Verwaltung zu
führen und Der muss auch allein das Ganze regieren, der allein zu
regieren versteht.“ Ja, man sagte geradezu: „Wenn auch nur ein
Einziger in dem zahlreichen Convente wäre, der sich darauf verstünde,
das Haus zu regieren, so würde der Abt nicht so handeln“.
Indessen es begreift sich, dass diejenigen, denen der Abt jetzt
das Handwerk gelegt hatte, ihm so viel wie möglich entgegenwirkten
und dass sie an allen denjenigen, denen der bisherige Schlendrian
zusagte, Bundesgenossen fanden; dazu kam, dass auch so manchem
unter den jüngeren Mönchen dasPrincip des Gehorsams nicht in Saft
und Blut ühergegangen war. Es bedurfte daher nur einer geringen
Veranlassung, um den Geist der Auflehnung hei dem Convente heraufzubeschwören.
Man brach auch gern die Gelegenheit vom Zaune, um
den Abt zu kränken, insbesondere verfiel man darauf, auf eine ziemlich
kindische Weise an ihm sein Möthchen zu kühlen. Es kam der
28. September, der Gedächtnisstag des Abtes Robert (II.), welcher
die Gütertrennung eingeführt hatte, heran. Die Mönche beschlossen
diesen auf besonders feierliche Weise zu begehen und die Antiphonen
,,Placebo“ 1 und „Dirige“ 2 in dem Officium unter dem Schall
der grossen Glocke abzusingen. Als Samson den völlig ungewöhnlichen
Glockenklang vernahm und den Sinn davon recht wohl verstand,
liess er sich nicht irre machen, sondern hielt ganz ruhig ein
feierliches Seelenamt. Am Tage darauf traf er die Änderung, dass
er den Subcellerariuszum Cellerarius machte und da der zurControle
eingesetzte Cleriker sich eine Menge von Überschreitungen hatte zu
Schulden kommen lassen, so setzte er denselben zwar nicht ab,
übertrug aber doch dem Cellerarius eine freiere Leitung. Nachmals,
da er sah, dass er trotz aller Sorgfalt doch nur Undank erntete s ,
entfernte er den Cleriker ganz und liess durch den Convent den
Cellerarius und Subcellerarius wählen; damals scheint Jocellus
1) Psalm. CX1V. 9. (Offic. Def. ad Vesp. Antiph.)
2 ) Psalm. V. 9. (OlFic. l)ef. ad Matut. in pr. Nocturn. Antiph.).
3 ) J o c e l i n pag-. 82.