Samson von Tottinglon, Abt von St. Edmund.
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Sitzung des Capitels Statt; abermals sprach der Abt: „Gebet mir
einen Rath , wie Eure Cellerarie besser und verständiger verwaltet
werden könne!“ Alles schwieg; endlich fasste sich Einer das Herz
zu der Bemerkung, dass in dem Refectoriuin wahrlich kein Überfluss
wahrzunehmen sei, durch welchen etwa das Schuldenmachen veranlasst
worden sein könnte. Man sieht, wie die Klosterbeamten die
Mönche in Furcht gehalten haben müssen, da man kaum wagte, auch
nur eine indirecte Andeutung zu machen, wo eigentlich der Sitz des
Übels sei; ja es scheint der Cellerarius gab den Mönchen, während
er selbst im Überflüsse lebte, nur sehr schlechte Kost *. Am Tage
darauf wiederholte sich dieselbe Scene; der Abt fordert den Convent
auf, ihm zu rathen; der Convent schweigt. Endlich sagt Einer: „Der
Rath muss von Euch ausgehen, Ihr seid unser Haupt!“—„Nun wohl
denn“, sprach Samson, „wenn Ihr also keinen Rath geben wollet
und es nicht versteht, Euer Haus durch Euch selbst zu regieren, so
liegt mir, als Euerm Vater und höchsten Wächter, die Sorge für
das Kloster ob; ich werde Eure Cellerarie in meine Hand nehmen, so
wie die Ausgaben für die Spenden nebst aller Beköstigung innen und
aussen“. Nachdem der Abt diess gesprochen, setzte er den Cellerarius
und den Hospitiarius ab und bestellte zwei Mönche als Subcellerarius
undSubhospitiarius 3 , deren jedem er einen Cleriker seines Haushaltes
beiordnete, ohne dessen Zustimmung nichts in Beziehung auf Speise
und Trank, Ausgaben und Einnahmen vorgenommen werden durfte.
Auch wurden die Einkäufer von Lebensmitteln 3 abgeschafft und ihr
Geschäft ebenfalls einem Cleriker übertragen.
Während nunmehr die Gäste nach Gebühr aufgenommen und
alle Mönche im Refectorium gehörig beköstigt wurden, gelang es
doch noch Ersparnisse zu machen. Die Mönche unter sich gestanden
zu: „Sieben waren es, ja sieben, die unsere Güter aufgezehrt
haben, und wenn Jemand über ihre Schmausereien ein Wörtchen
sagte, so war es ein Majestätsverbrechen“. Ja dankbar streckte
Mancher die Hand in die Höbe und sprach: „Gepriesen sei Gott
A ) Jocel i n pag. Go.
2 ) Joceliu war im folgenden Jahre Hospitiarius (Jocelin pag.
ihm das Amt schon damals übertragen, wobei freilich sein
auffallend erschiene.
3 ) S. oben IH. S iöl.
95) ; vielleicht wurde
Stillschweigen darüber