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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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P  li  i  1  I  i  p  s

altangelsächsiseher  Matronen  zu  verfallen,  die  einzelnen  Pfennige
zusammenzuholen,  ohne  sicher  zu  sein,  wirklich  zwanzig  Schillinge
eintreiben  zu  können.  Da  nun  Samson  auch  noch  ein  Paar  andere
solcher  Abgaben,  z.  B.  eine  die  für  jede  auf  die  Weide  gebrachte
Kuh  enlriehtet  werden  musste  (Sorpenni),  in  ähnlicher  Weise
ablösie,  so  entstand  grosse  Unzufriedenheit  und  er  musste  von  dem
damaligen  Subprior  Benedict  im  Namen  des  Conventes  die  Worte
vernehmen:  „Unser  Abt  Ording,  der  dort  begraben  liegt 1 ,  würde  so
Etwas  nicht  für  fünfzig  Mark  Silbers  gethan  haben“  3 .  Samson  Hess
nun  dem  Cellerarius  zuerst  einen  Zuschuss  von  zwanzig,  dann  sogar
von  fünfzig  Pfund  jährlich  zukommen,  aber  Alles  war  ungenügend 8 .
Der  Abt  suchte,  und  wohl  nicht  mit  Unrecht,  die  Ursachen  zum  Theil
in  der  mangelhaften  Verwaltung  und  bestellte  dem  Cellerarius  einen
Cleriker  seines  Haushaltes,  Namens  Ranulf,  zur  Mithilfe  und
Controle  an  die  Seite.  Natürlich  war  auch  dies  die  Veranlassung  zu
grosser  Missstimmung  und  vielem  Hin-  und  Herreden;  Lügen  aller
Art  wurden  geschmiedet  und  das  ganze  Haus  gerieth  in  Aufruhr.
„Was  ist  das?“  rief  man  sich  zu;  „wer  hat  wohl  jemals  so  etwas
erlebt?  solche  Schmach  ist  noch  nie  dem  Convent  arigethan!  einen
Cleriker  stellt  der  Abt  über  einen  Mönch!  einen  Cleriker  bestellt  er
als  Meister  und  Wächter  über  den  Cellerarius,  so  dass  dieser  ohne
ihn  zu  Nichts  nutze  ist!  der  Abt  behandelt  seine  Mönche  geringschätzig, ­
  den  Mönchen  misstraut  er,  aber  die  Cleriker  fragt  er  um
Rath,  die  Cleriker  hat  er  gern!“  „Wie  ist  verdunkelt  das  Gold,  verändert ­
  die  schönste  Farbe“  Da  sagte  dann  Einer  zum  Andern  :  „Wir
sind  unseren  Nachbarn  zum  Spotte  geworden  ,  wir  Mönche  werden
alle  für  ungetreu  und  nachlässig  erachtet,  dem  Cleriker  wird
geglaubt,  dem  Mönche  nicht;  der  Abt  verlässt  sich  mehr  auf  einen
Cleriker  als  auf  einen  Mönch.  Ist  denn  jener  Cleriker  getreuer  und
weiser  als  irgend  ein  Mönch?“  Wiederum  sprach  ein  Anderer:
„Sind  der  Cellerarius  und  der  Subcellerarius  nicht  eben  so  ordentliche
Leute  wie  der  Sacrista  und  der  Camerarius?  die  Folge  davon  wird
sein,  dass,  dieser  Abt-oder  sein  Nachfalger  überall  einen  Cleriker
dem  Sacrista,  einen  Cleriker  dem  Camerarius  oder  dem  Subsaeri-1)

  S.  III.  8.  S.  148.
2 )  .1  o  c  e  I  i  n  pag.  74.
3 )  Jocelin  pag.  58.
4 )  Jerem.  Thren.  IV.  1.
            
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