Samson von Tottiugton Abt von Sf. Edmund.
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rissenen Missbrauche so gross, dass sie einer schleunigen Abhilfe
bedurften. Die kostbarsten Kircbensachen waren in den Händen der
Juden und es hatte während der Sedisvacanz die Ausfertigung neuer
Sehulddocurnente ununterbrochen ihren Fortgang gehabt. Samson
konnte daher nicht umhin, gleich in seiner ersten Capitelsitzung
nachdem er dem Convente eine demselben zustehende Revenue zurückgestellt
hatte, streng anzuordnen, dass Niemand fernerhin irgend
welche Kirchensachen verpfände oder Urkunden unter dem Conventssiegel
ohne Zustimmung des Conventes ausfertigen solle. Aber damit
allein war noch nicht geholfen; es batten sich viele Mönche ihre Privatsiegel
anfertigen lassen und somit forderte Samson auch diese alle
heraus; es wurden ihm drei und dreissig Siegel abgeliefert, von
denen er dem Prior and dem Sacrista die ihrigen wieder zustellte 2 ,
wie er denn auch selbst eine Zeit lang, ehe er sich ein neues Siegel
anfertigen liess, sich dessen des Priors bediente 3 . Es ist ersichtlich,
wie weit die Mönche sich mit ihrem Schuldenmachen von ihrem
Gelübde der Armuth entfernt hatten und es musste Samson in aller
Weise darauf bedacht sein, diesem Grundgesetze des Klosterlebens
wieder Anerkennung zu verschaffen. Die Mönche mussten daher ihre
Kisten und Kasten öffnen und ihre Baarschaften herausgeben; fortan
sollte das Gebot der Armuth strenge beobachtet werden und nur
so viel gestattete Samson im Allgemeinen, dass der Einzelne bis zum
Betrage von zwei Schillingen, wenn ihm etwa so viel Pfennige von
Verwandten gegeben waren, zu wohlthätigen Zwecken sollte verfügen
können 4 . Aber noch in später Zeit kommt ein Beispiel frecher
Überschreitung dieses Gebotes vor: ein sonst in der Verwaltung der
Klostergüter brauchbarer Mönch, Galfried Ruffus, fing ein sehr
weltliches Leben an und nachdem auch seine lncontinenz ruchbar
geworden war, untersuchte man seine Kisten und fand — 200 Mark
in Gold und Silber 5 .
*) Jo c el i n pag. 22.
") J o c ei i n pag. 36,
3 ) J o ce I i n pag. 19.
4 ) J ocelin pag. 22.
5 ) J o c e I i n pag. 90.