Samson von Tottington, Abt von St. Edmund.
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seitens seiner Dienerschaft stets stillschweigend ertrug; sei es, dass
er die geeignete Zeit abwartete, wo er den Schaden gut machen
konnte, sei es, um auf diesem Wege grösserem Schaden vorzubeugen,
Seinen Verwandten erzeigte er nicht besondere Theilnahme;
er hatte deren, doch diese hatten auch ihn meistens vernachlässigt
und sich um den armen Klosterbruder nicht gekümmert. Als Samson
aber auf dem Wege von Waltham nach St. Edmund war, da kamen
auch die Verwandten hinzugeströmt und boten ihm ihre Dienste an i.
Er nahm diese nicht an, nur einen Ritter, der Rede mächtig und
des Rechtes kundig, behielt er bei sich, nicht aus Rücksicht auf die
Verwandtschaft, sondern wegen seiner Brauchbarkeit. Seiner bediente
er sich für weltliche Geschäfte, da er damals darin noch unerfahren
war; er hatte noch niemals einer Pfand- oder Bürgschaftsbestellung
beigewohnt. Späterhin stellte er auch einige seiner Verwandten,
wenn sie wirklich dazu tauglich waren, in seiner vortrefflich disciplinirten
Haushaltung 2 und auf einzelnen Höfen an 3 , diejenigen
aber, welche er als ungetreu befand, entfernte er ohne alle Hoffnung
der Rückkehr.
Jocelin führt noch mehrere charakteristische Züge an, die dazu
dienen, um Samson’s Gemüthsart und dankbares Herz zu erkennen.
Einen Mann niederen Standes, der ihm in früherer Zeit treulich gedient
hatte, sah er für einen lieben Verwandten an und sorgte für ihn
und seine Kinder; einem Sohn desselben, 'einem jungen Cleriker,
gab er die erste Kirche, die seitdem er Abt geworden, seiner Verleihung
amheimfiel. Jenem Capellan, welcher ihn in Paris während
seiner Studien unterstützt hatte 4 , gab er ebenfalls ein kirchliches
Beneficium, von welchem er leben konnte, aber auch jenen Diener
des Abtes Hugo, der ihm nach seiner Rückkehr aus Italien Fesseln
angelegt hatte, vergass er nicht; er gab ihm lebenslänglich Lebensunterhalt
und Kleidung. Dem Sohne des Elias, des ehemaligen
Schenken des Abtes Hugo, sagte er bei Gelegenheit, als ihm dieser
das Homagium für das Landgut ablegte, welches sein Vater zu Lehen
getragen hatte: „Sieben Jahre lang habe ich Anstand genommen,
Jocelin pa*r. 18.
") Jocelin pag> 32.
3 ) Jocelin pag. 32.
4 ) Siehe oben V. 8. 133.