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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

Samson  von  Tottington,  Abt  von  St.  Edmund.

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der  der  Besiegten  verschieden  war  *,  es  gab  daher  auch  vieleLeute  in
England,  die  jene  gar  nicht  verstanden,  was  Samson  bei  dem  Landvolke ­
  als  einen  Vorzug  und  als  ein  Merkmal  grösserer  Zuverlässigkeit ­
  erachtete  2 .  Er  predigte  daher  diesem  auch  nur  in  englischer
Sprache  und  liess  zu  diesem  Zwecke  in  der  Kirche  einen  eigenen
Predigtstuhl  aufrichten.  Er  legte  dabei  viel  mehr  Werth  auf  den
Inhalt  als  den  äusseren  Schmuck  der  Worte 3 .
Mehr  als  das  contemplative,  sagte  Samson  das  tliätige  Leben
zu  und  er  hielt  mehr  auf  gute  Beamte  als  auf  gute  Mönche;  auch
lohte  er  Niemand  bloss  wegen  seines  Wissens,  wenn  er  sich  nicht
auch  in  weltlichen  Dingen  zu  benehmen  wusste;  vernahm  er  von
einem  Prälaten,  dass  er  um  der  Bürde  des  Hirtenamtes  sich  zu  entledigen, ­
  sich  in  die  Einsamkeit  zurückzog,  so  war  er  damit  gar  nicht
einverstanden 4 .  Auch  waren  ihm  die  gar  zu  freundlichen  Leute  nicht
angenehm;  Schmeichler,  besonders  Mönche  solcher  Art,  waren  ihm
höchlich  zuwider,  doch  wiess  er  aus  Klugheit  sie  nicht  zurück.  So
erzählt  Jocelin,  dass  er  einst  in  einiger  Entfernung  von  Samson
gestanden  und  darüber  gelächelt  habe,  wie  ein  in  der  Kunst  des
Schmeichelns  geübter  Bruder  vor  diesem  das  Knie  gebeugt  und  ihm
unter  dem  Scheine  des  Rathes  das  Öl  der  Schmeichelei  eingegossen
habe.  Nachdem  dieser  fortgegangen,  rief  Samson  den  Jocelin  zu
sich  und  befragte  ihn  über  sein  Lächeln;  der  junge  Mönch  erwiederte:
  „die  Welt  ist  voll  von  Schmeichlern“,  darauf  sagte  Samson:
„mein  Sohn,  ich  kenne  die  Schmeichler  längst,  aber  darum  kann  ich
doch  nicht  es  vermeiden,  sie  zu  hören.  Vieles  muss  verhehlt  und  mit
Stillschweigen  hingenommen  werden,  damit  der  Friede  im  Convent

*)  So  hebt  Jocelin  pag.  95  es  von  dem  nachmaligen  Prior  Herebert  als  eine
besondere  Eigenschaft  hervor,  er  sei  gewesen  volubilis  linguae  in  Galileo  idiomate,
  utpote  Normannus  natione.  —  Yergl.  auch  ebend.  dicens  quod  in  multis  ecclesiis
  fit  sermo  in  conventu  Gallice  vel  pocius  Anglice,  ut  morum  fieret  aedificatio
non  Iiteraturae  ostensio.  —  Wilhelm  der  Eroberer  hatte  es  wohl  bis  zum  Verstehen,
aber  nicht  bis  zum  Sprechen  des  Englischen  gebracht.  S.  Order.  Vital.  Hist,
eccles.  Lib.  IV.  cap.  11.  (Migne,  Tom.  CLXXXVIII.  col.  329).  Vergl.  auch  die
Anrede  Gutmund’s  an  diesen  König;  ebend.  cap.  13.  col.  336.
2 )  Jocelin  p.  24:  Unum  solum  manerium  de  Torp  carta  sua  confirmavit  cuidam  Anglicö
  natione,  glebae  adscripto,  de  cujus  fidelitate  plenius  confidebat  quia  bonus
agricola  esset  et  quia  nesciebat  loqui  Gallice.
3 )  Jocelin  pag.  30  und  95  (s.  Note  1).
4 )  Vergl.  Innoc.  III  in  Cap.  ffisi  cum.  10.  X.  Nec  putes  11  X.  d.  resign.  (I.  9).  Vergl.
Kirchenrecht  ßd.  5.  §.  226.  S.  448  u.  ff.
            
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