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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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Phillips

fertig“,  rief  der  König  aus,  „mit  ihnen  ist  Gott!“  dann  aber  begehrte
Heinrich  weiter:  zur  Ehre  seines  Reiches  möchten  sie  auch  noch
drei  aus  anderen  Klöstern  nennen.  Die  Brüder  geriethen  über  die
ihnen  drohende  Gefahr  eines  fremden  Abtes  in  keinen  kleinen
Schrecken;  dem  königlichen  Befehle  nachkommend,  nannten  sie  den
Magister  Nicolaus  von  S.  Albans,  damals  Prior  von  Waringford,
der  nachmals  Abt  von  Malmesbury  geworden  ist,  Bernhard  den
Prior  von  St.  Fides,  nachmals  Abt  von  Chertsey,  und  einen  ausgezeichneten ­
  Mönch  von  Bec,  Hugo,  Prior  von  S.  Neot.  Unter  sich
aber  verabredeten  die  Mönche,  dass  sie,  wie  sie  versprochen,  keinen
von  diesen  letzteren  ohne  Consens  des  übrigen  Conventes  annehmen ­
  würden.
Somit  war  also  eine  Wahlliste  zu  Stande  gekommen,  auf  welcher
sich  neun  Namen  befanden;  nunmehr  ging  es  an  das  Streichen  der
Namen.  Heinrich  befahl,  es  sollten  zuerst  drei  Namen  von  der  Liste
genommen  werden  und  so  geschah  es,  dass  die  drei  fremden  fortfielen. ­
  Wohl  in  richtiger  Selbsterkenntnis  sprach  der  Sacrista  Wilhelm ­
  den  Wunsch  aus,  dass  auch  sein  Name  gestrichen  werde;  der
König  liess  dann  zuerst  zwei,  dann  noch  einen  Namen  hinwegnehmen, ­
  so  dass  nur  noch  der  Prior  und  Samson  übrig  blieben.
Alsdann  berief  der  Bischof  von  Winchester  und  der  Kanzler  dieBrüder
zu  sich.  Zuerst  erhielt  der  Magister  Dionysius  das  Wort  und  empfalil
beide,  den  Prior  und  den  Suhsacrista:  beide  seien  sie  gelehrt,
beide  gut,  beide  lobenswerth  in  ihrem  Lebenswandel,  auch  erfreueten
sich  beide  eines  guten  Rufes.  Überall  liess  indessen  Dionysius  hindurchblicken, ­
  dass  er  doch  Samson  den  Vorzug  gebe;  er  pries  ihn
als  einen  gegen  sich  selbst  unnachsichtigen  Mann,  der  streng  in  der
Bestrafung  der  Fehltritte,  tauglich  zur  Arbeit,  gewandt  in  weltlichen ­
  Angelegenheiten  und  bewahrt  durch  die  Bekleidung  verschiedener ­
  Ämter  sei.  Der  Bischof  merkte  diess  wohl  und  sprach:  „Wir,
verstehen,  was  Ihr  sagen  wollet;  aus  Euren  Worten  entnehmen  Wir
dass  der  Prior  Euch  ein  wenig,  zu  nachsichtig  erscheint  und  Ihr
wollet  den,  welcher  Samson  heisst,  zum  Abte  haben.“  Dionysius
erwiederte:  „Beide  sind  gut,  aber  wir  wollen,  so  Gott  will,  den
Besseren  haben.“  Darauf  derBischof:  „Von  zwei  Guten  ist  der  Bessere
zu  wählen;  darum  saget  es  offen,  Ihr  wollet  den  Samson  ?“  Der
grössere  Theil  der  Brüder  rief  ohne  Umschweif:  „Wir  wollen  den
            
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