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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

Samson  von  Tottington,  Abt  von  St.  Edmund.

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auswählen  wollen.  Die  Namen  dieser  drei  sollen  dann  aufgeschrieben ­
  und  diese  Schrift  jenen  Dreizehn  versiegelt  mitgegeben
werden.  Erst  dann,  wenn  Letztere  vor  dem  Könige  erscheinen  und
hinsichtlich  der  freien  Wahl  sichergestellt  sind,  darf  das  Siegel  erbrochen ­
  werden,  so  dass  man  dann  weiss,  welche  drei  dem  Könige
zu  nennen  sind.  Will  aber  der  König  nicht  gestatten,  dass  Jemand
aus  dem  Convente  erwählt  werde,  so  soll  die  Schrift  uneröffnet  den
sechs  Vertrauensmännern  zurückgegeben  und  ihr  Geheimniss  für
ewige  Zeit  verwahrt  bleiben.“  So  Samson;  alsbald  schritt  man  zur
Wahl  der  sechs  Vertrauensmänner;  unter  denselben  fand  sich
auch  der  dritte  Prior  Hugo  wieder.  Den  fünften  Psalm:  „Verba  mea
auribus  percipe,  Domine“  singend,  zogen  die  Mönche  aus  dem
Capitelsaal  hinaus,  in  welchem  jene  sechs  zurückblieben  und  in  der
angegebenen  Weise,  die  Regel  des  heiligen  Benedict  zur  Hand,
das  ihnen  aufgetragene  Geschäft  vollendeten.  Unterdessen  sprachen
die  Mönche  unter  sich  wieder  viel  darüber,  wer  etwa  die  drei  zu
Erwählenden  sein  könnten;  in  dem  Punete  waren  sie  aber  Alle  einverstanden, ­
  dass  einer  von  den  dreien  Samson  sein  würde:  er  habe
Mühen,  ja  selbst  die  Todesgefahr  für  das  Reste  des  Klosters  ausgestanden, ­
  er  sei  vom  Abte  Hugo  gefesselt  und  eingesperrt  worden,
weil  er  für  das  gemeinsame  Wohl  gesprochen;  er  habe  zum  Schweigen, ­
  aber  nicht  zum  Schmeicheln  gezwungen  werden  können.  Nachdem ­
  dann  die  sechs  Vertrauensmänner  ihr  Geschäft  beendigt  hatten,
wurde  der  Convent  wieder  in  das  Capitel  berufen.  Hierauf  nahm  der
Prior  das  Wort  und  fragte:  wie  es  dann  wohl  gehalten  werden  solle,
wenn  der  König  keinen  von  jenen  dreien  annehmen  wolle?  Für
diesen  Fall  kam  man  überein,  den  anzunehmen,  welchen  der  König
wolle,  vorausgesetzt,  dass  es  ein  Mitglied  des  Conventes  sei.
Schliesslich  machte  noch  Samson,  der  zu  den  Füssen  des  Priors
sass,  den  Vorschlag;  „es  ist  wohl  geeignet,  dass  wir  Alle  auf  das
Wort  der  Wahrheit  schwören,  dass  derjenige,  auf  welchen  etwa
die  Wahl  fallen  sollte,  die  Mönche  geziemend  behandeln,  die  höheren ­
  Klosterbeamten  nicht  ohne  Zustimmung  des  Convents  ändern,
den  Sacrista  nicht  beschweren,  und  Niemand  ohne  jene  Zustimmung
als  Mönch  aufnehmen  wolle.“  Alle  hoben  die  Hände  auf  und  stimmten ­
  hei.  Endlich  wurde  noch  festgestellt,  dass  die  Dreizehn  für  den
Fall,  dass  der  König  einen  Auswärtigen  zum  Abte  machen  wolle,
            
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