Samson von Tottington, Abt von St. Edmund.
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vornehme Abstammung, von einigen unserer älteren Brüder desshalb
verworfen werde, weil er noch jung sei; dafür sagten dann die Jüngeren,
dass die Alteren kränklich seien und keineswegs tauglich
zur Leitung der Abtei“. In dieser Weise wurde hin und hergeredet,
Einer aber sass dabei und schwieg; das war Samson. Aufmerksam
hörte er zu und wusste noch nach zwanzig Jahren zu
sagen, was Jeder gesprochen hatte. Auch Jocelin mischte sich in
das Gespräch und bemerkte: „wenn wir mit der Abtswahl warten
wollen, bis wir Einen finden, an welchem gar Nichts auszusetzen
wäre, so werden wir niemals dazu gelangen“. —Einmal glaubte er
auch ganz offenherzig, wie sein Gewissen es ihm eingab, reden zu
können und bezeichnete einen Bruder, der ihn früher geliebt und
ihm vieles Gute gethan hatte, als nicht geeignet für die Abtei, und
wiederum einen Andern, dem er weniger zugethan war, als tauglich.
Gleich wurde dies Jenem — ganz gegen die goldene Regel, niemals
einem Andern eine Bemerkung eines Dritten über ihn mitzutheilen
— hinterbracht und nie hat derselbe es dem armen Jocelin
trotz aller Bitten und Geschenke, ganz vergessen können. Jocelin
hat augenscheinlich mit dem Zweiten, den er für tauglich erachtete,
Samson gemeint, da er sich des Ausdruckes bediente: der
Erfolg habe seine Meinung bestätigt. Er selbst abstrahirte es sich
als Lehre: „man müsse zum Abte keinen zu strengen Mönch, keinen
zu klugen Cleriker, keinen Einfältigen und keinen Sittenlosen wählen,
damit, wenn er zu klug ist, er nicht zuviel auf sich selbst vertraut
und Andere geringschätzt, oder andrerseits, wenn er ohne
Sitten ist, Andern zur Schande wird.“ Er will also hierin die Mittelstrasse
wandeln, hält aber vor Allem das Schweigen für gut *.
VII.
Samson znm Abte gewählt.
Die guten Mönche von St. Edmund hatten nun schon fast fünf
Vierteljahre hindurch sich darüber den Kopf zerbrochen, wer ihr
Abt werden solle; da kam im Februar des Jahres 1182 ein königliches
Schreiben an den Convent, worin die Aufforderung enthalten
[] *
«
l ) Jocelin pag. 12.