Samson von Tottington, Abt von St. Edmund.
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würdige Persönlichkeit; er weiss gut Bescheid mit der Ordnung
und den Gebräuchen des Klosters; zwar ist er kein solcher Gelehrter,
wie manche Andere, dennoch könnte er tauglich zum Abte sein-Abt
Ording war auch kein wissenschaftlich gebildeter Mann und doch
war er ein guter Abt und hat mit Weisheit das Kloster regiert.
Auch liest man in den Fabeln, dass es den Fröschen zuträglicher
war, sich einen Baumstumpf, auf den sie sich verlassen konnten zum
Könige zu wählen, als die Schlange, die giftig zischte und nach dem
Zischen die Unterworfenen auffrass“. Dagegen sprach ein Anderer:
„Wie kann diess geschehen? wie kann Einer, der in den Wissenschaften
nicht zu Hause ist, im Capitel einen Vortrag oder an Festtagen
dem Volke eine Predigt halten? wie soll der, welcher die
Schrift nicht kennt, sich auf das Binden und Lösen verstehen? denn
die Leitung der Seelen ist die Kunst der Künste und die Wissenschaft
der Wissenschaften. Ferne sei es, dass in der Kirche des
heiligen Edmund eine stumme Statue aufgerichtet werde, während
es doch viele gebildete und eifrige Männer an derselben gibt“. Wiederum
sagte ein Anderer: „Jener Bruder ist gebildet, beredt und
vorsichtig, streng iri der Ordnung, hat dem Convent auch viel Liebe
erwiesen, und manches Ungemach wegen der Güter des Klosters
ertragen; er ist würdig, Abt zu werden“. Dagegen ein Anderer die
Litanei nachahmend: „Vor guten Clerikern bewahre uns, o Herr! dass
Du uns vor norfolkischen Händelsuchern bewahren wollest *, wir bitten
dich erhöre uns!“ Hierauf liess ein Anderer sich also vernehmen:
„Jener Bruder ist ein guter Haushalter; das zeigt sich in seiner
Verwaltung, aus den Höfen, die er gut erhalten, aus den Bauten und
Reparaturen, die er gemacht hat. Er kann gut arbeiten und das
Kloster vertheidigen, auch ist er einigermassen gebildet, wenn gleich
vieles Wissen ihm nicht den Kopf angreift“. Darauf wurde erwiedert:
„Gott behüte, dass ein Mensch, der nicht lesen, nicht singen, noch
das göttliche Officium feiern kann, dass ein solch’ unredlicher und
ungerechter Mensch, einer der die Armen schindet, Abt werde!“
Wiederum hiess es: „Aber jener Bruder ist ein wohlwollender Mann,
leutselig und liebenswürdig, gebildet und beredt, auch gefällig in
seinem Aussern, in Gang und Geberden, wird geliebt von Vielen
sowohl im Kloster als auch aussen; ein solcher Mann würde als Abt
1 ) S. oben V. S. Iö5.
Sitzb. .1. ptiil.-hist. CI. XLVHI. Bd. I. Hft.
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