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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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Phillips

er  ein  ziemliches  Material  von  Steinen  und  Sand  zum  Bau  eines
neuen  Thurmes  zusammen.  Der  Convent  war  daher  sehr  zufrieden
mit  ihm,  doch  konnte  man  sich  der  Frage  nicht  erwehren,  wo
Samson  das  Geld  zu  allen  diesen  Unternehmungen  hernähme.  Auf
die  an  ihn  gestellten  Fragen  erwiederte  er,  dass  einige  Bürger  der
Stadt  ihm  dasselbe  heimlich  zum  Zwecke  jenes  Baues  gegeben
hätten.  Einige  behaupteten  indessen,  Samson  und  Warinus,  der
Wächter  des  Schreines,  hätten  die  bei  diesem  dargebrachten  Oblationen
  zu  jenem  Zwecke  verwendet;  sie  kamen  auf  diesen  Verdacht,
weil  in  derThat  Andere  sich  Manches  von  jenen  Oblationen  angeeignet ­
  hatten.  Samson  jedoch  und  Warinus,  um  jenem  ungerechten
Verdachte  zu  begegnen,  Hessen  einen  eigenen  Opferstock  anfertigen
und  an  der  Thüre  der  Klosterkirche  aufstellen,  um  hierin  die  Beiträge ­
  für  den  Thurmbau  zu  sammeln.  Wilhelm  Wardell  aber  und
andere  Widersacher  Samson’s,  namentlich  die  Juden,  steckten
sich  hinter  die  beiden  ritterlichen  Custoden;  diese  untersagten
Samson  jeden  weiteren  Bau  und  bestimmten  die  Oblationen  zur
Schuldentilgung.
Unter  diesen  Umständen  musste  es  für  das  Wohl  des  Klosters
von  grösster  Wichtigkeit  sein,  sowohl  dass  die  Abtei  bald  wieder
besetzt,  als  auch,  dass  ein  besonders  tauglicher  Mann,  der  nicht
wie  der  Prior  Robert,  allem  Unfug  durch  die  Finger  sah,  zum^Abte
gewählt  würde.  In  der  That  richteten  die  Mönche  täglich  ihr  Gehet
zu  Gott  und  riefen  den  heiligen  Edmund  um  seine  Fürbitte  an,  dass
er  ihnen  bald  einen  geeigneten  Abt  geben  wolle.  Jocelin  macht  bei
dieser  Gelegenheit  die  Bemerkung:  „Viele  würden  nicht  so  andächtig ­
  gebetet  haben,  hätten  sie  ahnen  können,  wer  der  künftige  Abt
sein  werde“  *.
Höchst  interessant  ist  nun,  wie  bereits  oben  angedeutet  wurde,
dieMittheilung  des  Chronisten  über  die  Gespräche,  weJchedieMönche
unter  sich  über  den  zu  wählenden  Abt  führten 2 ;  besonders  zur
Zeit  des  üblichen  monatlichen  Aderlasses  3  schütteten  sie  sich  ihr
Herz  aus.  Die  Meinungen  der  Einzelnen  gingen  sehr  weit  auseinander. ­
  „Jener  Bruder  ist  ein  guter  Mönch“  sagten  Einige,  „und  eine

*)  Jocelin  pag.  8  sqq.
2 )  Jocelin  pag.  9  sqq.
3 )  Jocelin  pag.  11.  —Wegen  des  Minutor  cnm  garcione  s.  oben  IV.  S.  152.  Note  2.
            
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