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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

Samson  von  Tottington,  Abt  von  St.  Edmund.

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Samson  hatte  sich  demnach  schon  frühzeitig  die  Abneigung  des
Abtes  Hugo  zugezogen;  auch  in  späterer  Zeit  wollte  derselbe  ihm  nicht
wohl,  obgleich  er  doch  nicht  umhin  konnte,  ihm  v  erschiedene  Ämter
zu  übertragen 1 -  Er  machte  ihn  zuerst  zum  Subsacrista;  allein  Samson ­
  taugte  auch  den  übrigen  Klosterbeamten  nicht,  die  ihn  oft  beim
Abte  verklagten;  er  wurde  dann  von  Amt  zu  Amt  versetzt,  bald  war
er  der  Magister  hospitum,  bald  der  Speisemeister  (Pitantiarius)
dann  dritter  Prior,  dann  wieder  Subsacrisia,  welch  es  Amt  er  heim
Tode  Hugo’s  bekleidete.  Samson  liess  sich  durch  alles  diess  nicht’
beugen,  sondern  wandelte  schweigsam  seinen  Weg,  am  wenigsten
entlockte  man  ihm  eine  Schmeichelei.  Daher  sagte  der  Abt  zu  seinen ­
  Vertrauten:  „es  sei  ihm  noch  kein  Mensch  vorgekommen,  den
er  sich  nicht  hätte  willfährig  machen  können,  einzig  und  allein  der
Subsacrista  Samson  mache  eine  Ausnahme 3 .“

VI.
Die  Zeit  der  Vacnnz  der  Abtei  St-  Edmund  nach  dem  Tode  des
Abtes  Hugo.
Nachdem  Abt  Hugo  zur  Erde  bestattet  war,  fasste  man  in  dem
Capitel  des  Convents  den  Beschluss,  die  beiden  Magister  Samson
und  Robert  Ruffus  an  den  Grossrichter  Ranulph  von  Glanvilla ­
  zu  schicken  uud  ihm  die  Anzeige  von  dem  Eintritte  jenes  Ereignisses ­
  zu  machen“.  Die  Boten  eilten  schleunigst  nach  der  Normandie ­
  und  benachrichtigten  auch  den  König  davon.  Dieser  erliess  ein
Breve,  durch  welches  die  Verwaltung  der  Einkünfte,  so  weit  sie
nicht  dem  Abte  zuzufallen  hatten,  dem  Prior  überlassen  wurde;  dagegen ­
  übertrug  er  die  Custodie  der  Abtei  den  beiden  Rittern
Robert  von  Cokefeld 4  und  Robert  von  Flamville.  Diese
kamen  alsbald  nach  St.  Edmund,  dessen  sogleich  alle  Diener  und
Verwandten  des  verstorbenen  Abtes,  denen  derselbe  während  seiner
Krankheit  etwas  geschenkt  hatte,  so  wie  auch  Alle,  die  etwas  von

*)  .1  o  c  e  I  i  n  pag.  ö.
a )  Vergl.  J  o  c  e  1  i  n  pag.  13.
3 )  Jocelin  pag.  6.
4 )  S.  über  diese  Familie  unten  XIII.  S.  204.
            
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