Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

1S2

Phillips

rung,  hat  die  Kirchenbauten  1  zu  besorgen  und  ist  zugleich  der
Stellvertreter  des  Abtes  in  seiner  Jurisdiction  über  die  ganze  Baronie.
Ausser  dem  Subsacrista  batte  er  noch  vierundzwanzig  Unterbeamte,
vornehmlich  für  das  Münz-  und  Zollwesen  Dieses  Amt  des  Sacrista
  bekleidete  damals  Wil  heim  Wardell,  der,  wie  sich  weiter
unten  ergeben  wird  3 ,  wohl  am  meisten  die  Schuld  an  dem  grossen
Verfalle  trug,  in  welchen  das  Kloster  geratben  war.
.  Die  Kunde  von  der  schlechten  Verwaltung  des  Klosters  drang
endlich  auch  zu  den  Ohren  König  Heinrich’s  II.  In  Folge  dessen  begab ­
  sich  sein  Almosenier  nach  St.  Edmund,  wo  sich  nunmehr  eine
Scene  zutrug,  welche  die  damaligen  Zustände  des  Klosters  hinlänglich ­
  charakterisirt  4 .  Der  Abt,  nachdem  er  mit  dem  neuen  Prior
Robert  und  mit  einigen  anderen  Vertrauten  Rücksprache  genommen
hatte,  führte  den  königlichen  Beamten  in  das  Capitelzimmer,  wo  der
Convent  versammelt  war  und  redete  diesen  also  an:  „Sehet,  der
Herr  Almosenier  des  Königs,  Unser  und  Euer  Freund,  ist  da!  angetrieben ­
  durch  Liebe  zu  Gott  und  zum  heiligen  Edmund,  hat  er  uns
mitgetheilt,  dass  unser  Herr  der  König  allerhand  Ungünstiges  von
Uns  und  Euch  gehört  habe,  als  ob  die  Angelegenheiten  des  Klosters
nach  Aussen  und  nach  Innen  nicht  gut  verwaltet  würden.  Ich  will
daher  und  befehle  es  Euch  unter  der  Pflicht  des  Gehorsams,  dass
Ihr  saget  und  öffentlich  zu  erkennen  gebet«,  wie  die  Dinge  sich  verhalten.“ ­
  Hierauf  ergriff  der  Prior,  gleichsam  Einer  für  Alle,  das
Wort,  und  sprach:  „Das  Kloster  befindet  sich  in  gutem  Zustande,
die  Ordnung  wird  gut  und  pünctlich  im  Innern  bewahrt,  die  äussere
Verwaltung  gut  und  mit  Umsicht  gehandhabt.  Allerdings  hat  man,
wie  auch  sämmtliche  Nachbarn,  einige  Schulden,  aber  keineswegs
eine  drückende  Verpflichtung.“  Alle  Übrigen  schwiegen  dazu  und
der  königliche  Almosenier  äusserte  sich  sehr  zufrieden  über  die  erhaltene ­
  Auskunft.

«)  S.  oben  III,  5.  S.  144.
2 )  Andere  Klosterbeamte  sind  der  Cameravius,  von  welchem  noch  der  Thcsaurarius  unterschieden ­
  wird.  Jener  hat  für  die  Kleidung  der  Mönche  zu  sorgen,  dieser  die  Einkünfte ­
  des  Klosters  aufzubewahren;  die  Bedeutung  der  übrigen  Beamten,  wie  Infirmarius,
  Elcemosynarius,  llospitalarius  erklärt  sich  schon  aus  ihrer  Benennung.  Dein
Infirmarius  war  ein  Minutor  cum  garcionc  untergeordnet.  S.  D  u  gd  a  I  e  1.  c.
3 )  S.  unten  V.  und  Vf.
*)  J  o  c  e  1  i  n  p.  3.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.