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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

Samson  von  Tottington,  Abt  von  St.  Edmund.

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sters  zu  sorgen;  ihm  untergeordnet  waren  mehrere  andere  Beamte:
der  Schenke,  der  Seneschall,  die  Käufer  (emptores),  welche
für  Abt  und  Convent  die  Einkäufe  auf  dem  Markte  besorgten  und
hier  theils  den  Vorkauf,  theils  das  Recht  hatten,  manche  Waaren
um  einen  billigeren  Preis  zu  verlangen;  ferner  steht  unter  ihm  der
Pförtner  des  grossen  Thores,  der  Aufseher  der  Scheuern  und  mehrere
Andere,  im  Ganzen  etwa  vierzig  Bedienstete  l .  Der  erste  Cellerarius
zur  Zeit  Htigo's  machte  bei  einem  Juden,  Jur  net  mit  Namen,  welcher ­
  nachmals  Richard  Löwenherz  die  Summe  von  achtzehnhundert ­
  Mark  zahlte,  um  nach  des  Königs  gutem  Willen  sich  in  England ­
  aufhalten  zu  dürfen  3 ,  verschiedene  Anlehen  ohne  Mitwissen
des  Convents  3 .  Die  Schuld  wuchs  bis  auf  sechzig  Pfund  und  der  Jude
forderte  von  dem  Convente  die  Zahlung.  Der  Cellerarius  wurde  abgesetzt, ­
  obschon  er  zu  seiner  Entschuldigung  sich  darauf  berief,  dass
er  seit  drei  Jahren  alle  Gäste  habe  auf  Befehl  des  Abtes,  auch  während ­
  dessen  Anwesenheit,  im  Kloster  4  verpflegen  müssen.  Magister
Dionysius  kam  an  seine  Stelle;  ihm  gelang  es  durch  Vorsicht  und
Sparsamkeit  diese  Schuld  etwa  bis  auf  die  Hälfte  herabzumindern.
Er  wusste  sich  aber  auch  zu  helfen;  schon  am  dritten  Tage  nach
seiner  Bestallung  kamen  drei  Ritter  mit  ihren  Knappen  und  begehrten ­
  Aufnahme  in  dem  Hause  der  Gäste.  Der  Abt  war  im  Kloster
gegenwärtig,  Dionysius  aber  führte  die  Ritter  zu  ihm  und  sprach:
„Herr,  Ihr  wisset  wohl,  dass  es  der  Brauch  ist,  dass,  wenn  der  Abt
zu  Hause  ist,  Ritter  und  andere  Laien  auf  Euerem  Hofe  beköstiget
werden;  ich  will  und  kann  keine  ßäste  aufnehmen,  hier  habt  Ihr  die
Schlüssel  des  Cellerarius  und  bestellt  einen  Andern  nach  Euerm
Belieben.“  So  musste  der  Abt  nolens  volens  die  Ritter  selbst  aufnehmen ­
  und  diesen  Gebrauch  auch  fernerhin  beobachten.  Magister
Dionysius  gab  nachmals  die  Stelle  auf,  die  einem  andern  Mönche,
Roger  mit  Namen,  übertragen  wurde.
Nächst  dem  Cellerarius  erscheint  der  Sacrista  5  als  der
bedeutendste  Beamte.  Er  hat  den  Kirchenschatz  in  seiner  Verwah-*)

  S.  D  u  g“  d  a  1  e,  Monast.  Anglic.  Tom.  III.  Doc.  XV.  pag.  li>8;  XXXIII.  p.  164.  Vieles
über  den  Cellerarius  enthüll.  Jocelin,  p.  76.
2 )  R  okew  ootl,  Notes,  p.  108.
3 )  Jocelin  p.  4  und  6.
4 )  Vergl.  oben  III.  5.  S.  143.
5 )  S.  über  ihn  Y  a  tes  I.  c.  p.  102.  D  u  g  d  a  I  e  1.  c.  Doc.  XXV.  p.  168;  XXXII.  p.  162.
            
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