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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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Phillips

1116  als  päpstlicher  Legat  für  England  bei  Heinrich  in  der  Normandie, ­
  wurde  hier  von  dem  Könige  zwar  sehr  gastfreundlich  aufgenommen, ­
  jedoch  nicht  nach  England  hinübergelassen  ‘.  Einige
Jahre  später  (1120)  gab  ihm  Heinrich  die  Abtei  St.  Edmund  und
mit  dem  Amtsantritte  Anselm’s  als  Ahtes,  feierte  das  Kloster  zugleich
das  Andenken  seines  hundertjährigen  Bestandes.  Im  Jahre  1123
begleitete  Anselm  den  nach  dem  Tode  Radulf’s  (f  1122)  zum  Erzbischöfe ­
  von  Canterbury  erhobenen  Wilhelm  von  Cartreuil  nach
Horn.  Es  war  wohl  bei  dieser  Gelegenheit,  dass  er  von  Callixtus  II.
ein  Privilegium  erhielt,  welches  sich  aus  dem  früher  von  dem  Bischöfe
Herfast  erhobenen  Ansprüche 2  erklärt.  Vielleicht  durch  die  Erhebung
der  Abtei  Ely  zu  einem  Bisthume  veranlasst,  hatte  auch  Herbert
Losin  ga,  Bischof  von  Norwich,  nach  welcher  Stadt  das  ehemalige
Bisthum  Elmham-Thetford  verlegt  worden  war,  den  Plan  gefasst,
seinen  bischöflichen  Sitz  in  St.  Edmundsbury  aufzuschiagen.  Er  war
zwar  endlich  wieder  davon  abgestanden 5 ,  aber  das  Kloster  schien
doch  immer  von  der  gleichen  Gefahr  bedroht;  Papst  Callixtus  sicherte
daher  dem  Abte  und  dem  Convente  zu,  dass,  wenn  St.  Edmundsbury
jemals  zu  einem  Bischofsitze  gemacht  werden  sollte,  der  Bischof
dann  stets  aus  der  Zahl  der  Mönche  des  Klosters  gewählt  werden
müsse  4 .
Im  Jahre  1132  hatte  sich  Anselm  des  Besuches  des  Königs  zu
erfreuen.  Auf  einer  stürmischen  Überfahrt  von  der  Normandie  nach
England  hatte  sich  Heinrich  nach  St.  Edmund  verlobt.  Dies  Gelübde
erfüllend,  brachte  er  einige  Oblationen  auf  dem  Altäre  der  Kirche  dar;
schon  früher  hatte  er  der  Stadt  Bury  eine  Gnade  durch  Verleihung
des  Marktprivilegiums  erwiesen.  König  Heinrich  scheint  in  dem  ihm
seit  lange  bekannten  Abte  Anselm  einen  tauglichen  Bischof  erkannt
zu  haben  und  ersah  ihn  sich  im  Jahre  1133  für  das  erledigte  Bisthum ­
  London  aus.  Indessen,  obschon  Anselm  im  Jahre  1136  aufkurz e

1 )  E  ad  in  er  1.  c.  Lit.  V.  col.  497  u.  500.
2 )  S.  oben  S.  140.
8 )  Herbert  war  schon  auf  dem  Wege  nach  Rom  gewesen,  um  dort  seine  Absichten
durchzusetzen  ,  unterwegs  erkrankt  kehrte  er  nach  England  zurück.  S.  Eadmer
1.  c.  Lib.  UI.
4 )  Vergl.  Dugdale  1.  c.  pag.  102:  Sane  sive  locus  vester  in  episcopatum  fuerit
immutatus  et  episcopalis  ibi  constitueretur  sedes,  liullus  ibi  ullo  tempore  nisi
inonacbtis  in  episcopum  ordinetur.
            
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