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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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Phillips

Zeit  eine  nicht  unbeträchtliche  Zahl  von  Juden,  die  sich  daselbst
sogar  eine  prächtige  Syn  agoge  erbauten.  1
Abt  Balduin  erlebte  noch  die  Vollendung  des  Neubaues  der
Kirche,  die  nunmehr  in  Stein  mit  grösserer  Pracht  aufgeführt  wurde;
der  Zusammenfluss  der  reichlichsten  Opfergaben  hatte  diess  ermöglicht ­
 2 .  Sein  Wunsch,  sie  feierlich  consecrirt  zu  sehen,  ging  aber
nicht  in  Erfüllung.  König  Wilhelm  II.  Rufus  war  nicht  so  günstig
für  das  Kloster  gesinnt,  wie  sein  Vater;  er  bewilligte  nur  eine  feierliche ­
  Erhebung  des  Körpers  des  heiligen  Edmund,  die  im  Jahre  1095
von  dem  Bischof  Wa  1  ke  1  i  n  von  Winchester  und  von  R  a  n  du  1  f,  des
Königs  Capellan,  vorgenommen  wurde 8 .  Nicht  lange  darauf,  im  Jahre
1097,  starb  Balduin;  er  hatte  einen  Bruder,  Namens  Fro  d  o  gehabt,
von  welchem  die  in  Suffolk  begüterte  Familie  Mendharn,  deren
Schicksale  auch  mit  der  Geschichte  von  St.  Edmund  verflochten  sind,
abstammt 4 .
4.  Robert  I.
(1100—1102.)
Das  Kloster  von  St.  Edmund  theilte  damals  das  Schicksal  aller
englischen  Abteien  und  Bisthümer;  K.  Wilhelm  II.  benützte  jeden
Erledigungsfall,  um  sie  so  lange  als  möglich  unbesetzt  zu  lassen  und
ihre  Einkünfte  zu  beziehen.  Unter  Wilhelm  (f2.  Aug.  1100)  wurde
kein  neuer  Abt  von  St.  Edmund  eingesetzt;  ausser  dieser  Abtei  hatte
der  König  bei  seinem  Tode  noch  zehn  andere,  so  wie  in  Folge  der  Vertreibung ­
  des  heiligen  Anselm,  das  Erzbisthum  von  Canterbury  und
ausserdem  die  beiden  Bisthümer  Winchester  und  Salisbury  in  seiner
Hand 5 .  Sein  Nachfolger  Heinrich  I.  Beauclerc  (1100—1135)
verfuhr  nicht  besser.  Noch  an  seinem  Krönungstage  (5.  August  1100)
ernannte  er,  um  den  mächtigen  Grafen  Hugo  von  Chester  für  sich  zu
gewinnen,  Robert,  den  Sohn  desselben,  einen  jungen  unerfahrenen

1)  S.  unten  IV.
2 )  S.  auch  Willi.  Malm  esb.  d.  gest.  Pontif.  Anglor.  Lib.  II.  col.  1522:  Omnia
intus  et  extra  innovata.  Aedificionim  decus  oblationum  pondus  quäle  et  quantuin
in  Anglia  nusquam.
3 )  Rokewood  1.  c.  p.  125.
4 )  Rokewood  1.  c.  p.  132.
5 )  Henr.  Run  tind.  Hist.  Lib.  VIII.  (Migne,Tom.  CXCV.  col.  943).
            
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