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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

Samson  von  Tottington,  Abt  von  St.  Edmund.

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3.  Balduin.
(1065  —  1097.)
Leofstan  war  kurz  von  der  Eroberung  Englands  durch  Wilhelm ­
  den  Bastard  (1066  —1087)  gestorben.  Es  gereichte  dem
Kloster  St.  Edmund  zum  Vortheil,  dass  zur  Zeit  jenes  Ereignisses
kein  Angelsachse,  sondern  ein  Franzose  die  Würde  des  Abtes
bekleidete.  Der  neue  König  wendete  dem  Kloster  seine  ganz
besondere  Gunst  zu.  Er  bestätigte  demselben  seine  Privilegien
und  Besitzungen,  jedoch  kam  Mildenhall 1  in  Abgang,  indem  es  sich
als  Lehen  in  denHänden  Stigand’s  befand  und  nach  dessen  Absetzung
vomFiscus  eingezogen  wurde.  Wilhelm  kam  selbst  nach  St.  Edmundsbury
  und  machte  unter  der  symbolischen  Form,  dass  er  ein  kleines
zusammengeklapptes  Messer  auf  dem  Altäre  niederlegte,  eine  neue
Schenkung“.  Auch  gestaltete  er  dem  Abte  seine  Mittel  so  viel  als
möglich  für  die  Vergrösserung  des  Besitzthums,  so  wie  insbesondere ­
  dazu  zu  verwenden,  seine  Leute  zu  vermögen,  sich  als  SoJcemanni
der  weltlichen  Jurisdiction  des  Abtes  zu  unterwerfen 3 .  Als  ferner
der  Bau  einer  neuen  Kirche  sich  als  nothwendig  erwies,  gab
Wilhelm  das  erforderliche  Baumaterial  dazu  her 4 .
Ganz  vorzüglich  Iiess  König  Wilhelm  1.  es  sich  angelegen  sein,
das  Kloster  in  seinen  Gerechtsamen  zu  schützen,  wozu  sich  bald  nach

hatte  Earl  von  Ostanglien  zu  sein  (s.  S.  13ö)  und  auch  bald  darauf  im  Jahre  1058
starb.  Sollte  demnach  Balduin  in  der  That  noch  bei  Lebzeiten  Leofstan’s  als  Abt
eingesetzt  worden  sein?
*)  Siehe  oben  S.  135.
2 )  Reg  ist  r  Ni  gr.  bei  Dugdale,  Monastic.  Anglic.  Tom.  III.  pag.  101.  Hex
Guilelmus  dedit  manerium  de  Brok  S.  Edmundo  et  prono  corde  cultellum  complieatum
  paululum  coram  ex  suis  melioribus  pluribus  posuit  super  altare  Sancti.
°)  Marian.  Scot.  —  rex  Wilhelmus  hanc  licentiam  et  facultatem  Balduino  abbati,
scilicet  de  burgo  St.  Edmundi,  contulit,  ut  quomodocunque  posset  terras  ecclesiae
St.  Edmundi  adjiceret  vel  pecuiiia  eas  a  vicinis  suis  redimendo  vel  dono  ipsorum
propria  et  spontanen  eorum  voluntate  adquirendo;  unde  factum  est,  ut  plnres
liberos  homines,  quos  Sokemannos  vocamus,  et  illorum  homagia  adquireret,  et  eorum
adquisitione  monasterium  sum  locupletaret.  —  Dugdale  I.  c.  Doc.  XII.  pag.  140
führt  diese  Worte  des  Marianus  Scotus  aus  einem  Cod.  Bodlej.  V.  3,  7.  Jur.  an.
')  Registr.  Nigr.  bei  Batte  ly,  Antiquitates  pag.  50.  —  Yates,  History  and
Antiquities  of  St.  Edmunds  Bury,  pag.  79.
            
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