Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

138

Phillips

Hermann  von  St.  Edmund  *,  sodann  aber  auch  Wilhelm  von  Malmesbury
 3 .  Jener  erzählt  insbesondere,  dass  man  auch  den  alten  Mönch
Aegelwin,  den  ehemaligen  Wagenlenker  St.  Edmund’s,  aus  seinem
Kloster  in  Ely  herbeigerufen  habe.  Dieser,  erblindet,  habe  durch
Tasten  und  Fühlen  mit  seinen  Händen  sich  die  Gewissheit  verschafft,
dass  der  Leichnam  in  gleicher  Lage,  wie  ehedem  sich  befunden
und  auch  noch  die  nämlichen  Gegenstände,  mit  denen  man  ihn
früher  geschmückt,  an  sich  gehabt  habe.  Dass  zu  diesen  auch  die
Grussgebete  Aegelwin’s  (Salutationes  Aetjelwinij  an  den  Heiligen
gehört  haben,  die,  auf  einem  Zettel  geschrieben,  bei  einer  späteren
Eröffnung  des  Schreines  unter  Abt  Samson  vorgefunden  wurden  3 ,
ist  wahrscheinlicher,  als  dass  sie  bei  jener  Gelegenheit  von  Aegelwin
hinzugefügt  worden  sind.
Die  beiden  genannten  Berichterstatter  über  die  Eröffnung  des
Schreines  durch  Abt  Leofstan  stimmen  darin  mit  einander  überein,
dass  dieser  seit  jener  Zeit  an  beiden  Händen,  mit  denen  er  auf
unsanfte  Weise  das  Haupt  des  Heiligen  angegriffen  hatte,  gelähmt
worden  sei  und  Wilhelm  von  Malmesbury  fügt  noch  hinzu,  es  habe
sich  der  Abt  an  König  Edward  mit  der  Bitte  gewendet,  ihm  seinen
Leibarzt  zu  senden.  Dieser  war  Balduin,  ein  Mönch  von  S.  Denis
bei  Paris,  der  —  wohl  mit  Edward  dem  Bekenner  aus  der  Normandie
nach  England  herübergekommen  —  hier  das  Priorat  von  Dearhurst  in
Gloucestershire  erhalten  hatte.  Lydgate  sagt  von  ihm  :  er  sei  „gretly
expert  in  kraffl  of  medycytie“  gewesen.  Allein  Balduin  vermochte
den  Leofstan  nicht  zu  heilen,  wurde  aber  gleichsam  dessen  Coadjutor
 4  und  als  dieser  im  Jahre  1065  starb,  sein  Nachfolger,  indem
Edward  ihm  die  Abtei  übertrug 5 .

0  Uermann.  Miraculn  S.  Edmundi  (Ms.  Cotton.  Tiber,  fol.  43;  bei  Rokewood
Notes  pag.  151).
2 )  Wi  1  h.  M  a  1  m  es  b.  1.  c.  col.  1522.
3 )  Jocelin,  Chron.  pag.  84;  siehe  unten  XII.
4 )  Wil  h.  Malmesb.  I.  c.  sagt:  Lefstano  non  tarn  successit,  quam  aecessit  abbas,  ii!<>
admittente,  rege  volente.
5 )  Kemble  I.  c.  N.  881.  (Tom.  IV.  pag.  225).  Eadward  king  gret  Aylmar  biscop
and  Aelfger  earl  and  alle  mine  theines  on  Eastanglia  and  ic  kidhe  dhat  ie  habbe
unnen  Baldewine  abbot  dhe  abbotriche  into  seint  Eadmundsbiri  and  aelkere  thiuge
dhe  dher  into  biredh  mid  sake  and  mid  sokne,  so  ful  and  s  o  fordh  so  Lnfsten  abbof
odher  ani  abbot  it  to  foren  bim  firmest  haude.  Auch  diese  Urkunde  macht  Schwierigkeiten ­
  in  Betreff  der  Chronologie,  indem  Aelfgar  bereits  im  Jahre  1057  aufgehört
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.