Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

1  36

Phillips

eben  so  unrichtig,  wie  die  Annahme,  dass  erst  Bald  uin,  Leofstan's
Nachfolger,  damit  begnadigt  worden  sei  Zunächst  steht  so  viel  fest,
dass  die  Schenkung  nicht  in  die  Zeit  vor  das  Jahr  1052  zu  setzen
ist,  denn  erst  damals  ist  die  Königinn  Emma  gestorben  und  vor  ihrem
Tode  konnte  von  der  Verleihung  ihres  Witthums,  welches  Ae  1  fric,
der  Sohn  Withgar's  für  sie  in  seinem  Gewahrsam  hatte,  nicht  die
Bede  sein.  Man  könnte  zwar  dagegen  den  Einwand  erheben,  Edward
habe  sich  bald  nach  seinem  Regierungsantritte  veranlasst  gesehen,
seine  Mutter,  wegen  ihres  Verhaltens  gegen  ihn,  an  ihrem  Besitzthume
  zu  strafen  2.  Allein  dies  bezog  sich  doch  nur  auf  ihre  Schätze
an  Gold  und  Geschmeide,  welche  sie  aufgehäuft  hatte,  nicht  aber  auf
ihr  Witthums.  Ausserdem  ist  aus  Urkunden  ersichtlich,  dass  Edward
das  Witthum  seinerMutter  noch  selbst  eineZeit  lang  in  seiner  eigenen
Hand  behalten  hat 4 .  Andrerseits  darf  die  Schenkung  auch  nicht  später
als  in  das  Jahr  1057  gesetzt  werden.  Damals  erhielt  nämlich
Aelfgar,  der  bisherige  Earl  von  Ostanglien,  nach  dem  Tode  seines
Vaters  Leofric,  Mercia,  während  Ostanglien  oder  wenigstens
Suflolk  an  Gyrd,  den  Sohn  Godwin’s  gegeben  wurde.  In  der
ersten  diese  Schenkung  betreffenden  Urkunde 5  wird  nun  aber
Aellgar  noch  als  Earl  von  Ostanglien  bezeichnet 6 .  Bedenken  erregt
nur  eine  andere,  ebenfalls  jener  Schenkung  erwähnende  Urkunde
Edward’s,  in  welcher  Grimketel  als  Bischof  von  Suffolk  (Elrnham)

A )  Yat  e  s  I.  c.  pag.  75  sagt:  In  the  first  year'of  his  reign  the  king  came  to  ßury  on
St.  Edmund’s  day,  and  the  next  morning  seeing  the  young  monks  eating  barley  bread,
enquired  of  abbot  Balduin  etc.  Dies  ist  ein  offenbarer  Anachronismus  ,  da  Edward
im  Jahre  1042  König,  Balduin  aber  erst  im  Jahre  1065  Abt  wurde.
2 )  W  i  I  h.  M  a  1  m  e  s  b.  I.  c.  I.  106.  col.  1175.
3 )  Vergl.  Lappenberg,  Geschichte  von  England.  Bd.  1.  S.  498.
')  K  e  m  b  I  e  I,  c.  N.  874.
5 )  Es  ist  sehr  zu  bedauern,  dass  der  um  die  Geschichte  seines  Vaterlandes  so  hoch  verdiente ­
  Kemble  in  seinem  Werke  so  wenig  fiir  die  Chronologie  gethan,  ja  nicht  einmal ­
  eine  streng  chronologische  Ordnung  der  einzelnen  Urkunden  da  beobachtet  hat,
wo  sich  diese  ohne  grosse  Mühe  erkennen  Iiess.
6 )  Die  Urkunde  (K  ein  bl  e  I.  c.  N.  883.  p.  225)  lautet  :  Edward  king  gret  Aylmar  biscop
and  Aelfgar  eorl  andToly  and  alle  mine  theines  in  Suffolc  frendlice  and  ic  kidh  ihn  dhat
ic  wille  dhat  dhe  half  nigenda  hundred  socne  dhe  ic  hebbe  ihiven  God  and  seynt  Eadmunde
  mine  mey  dhat  it  liggen  into  dhat  baiegen  minster  at  Eadmundes  biri  so  ful  and
so  fordh  so  mine  moder  it  formest  aihte  and  it  Aelfric  wihtgares  sune  hire  to  hande
bewiste  and  ic  ne  am  hicnowe  dhat  it  ani  man  udhe  denen  ut  neydher  ne  hamsocne  ne
grithbrechc  ne  forstal  ne  fibtwite  ne  hebbercthef  ne  non  dcre  rihte  dha  dhidher  in  mid
rillte  ibered  bc  füllen  wite.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.