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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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Phillips

er  sich  ausdrückt:  „sechs  Jahre  langTag  undNacht“  verweilt  hatte 1 .
In  den  Jahren  1198  und  1200  besorgte  er  das  Geschäft  der
Aufnahme  der  Gäste 2 ,  welches  in  damaliger  Zeit  kein  geringfügiges,
sondern  vielmehr  ein  sehr  schwieriges  war 3 .  Nachmals  wurde  er
Eleemosynarius;  als  solchen  bezeichnete  ihn  auch  ein  Zeitgenosse ;
Wilhelm  von  Dice 4 .
Die  Chronik  des  Jocelin  bricht  beim  Jahre  1  202  ohne  Schluss
ab  und  es  steht  daher  zu  vermuthen,  dass  derselbe  um  diese  Zeit
gestorben  sei.  Er  hat  ausserdem  eine  Schrift:  De  miraculis
S.  Rodberti,  eines  im  Jahre  1181  von  Juden  martyrisirten
Knaben,  verfasst 5 ,  auch  wird  ihm  noch  ein  Werk  zugeschrieben,
welches  sich  in  der  Cottonischen  Bibliothek  vor  einem  zerstörenden ­
  Brande  befunden  haben  soll,  und  zwar  unter  dem  Titel:  „Chronica ­
  Jocelini  de  Brakelonda  de  rebus  domesticis  Coenobii  St.  Edmundi
  de  Burgo:  li.  e.  de  Abbatibus  prioribus  et  caeteris  ofßcialibus,
  de  electionibus,  de  litibus  et  rebus  qualitercunque  ad  istud
Coenobium  specta?itibus 6 . u  Es  mag  sein,  dass  Jocelin  wirklich  noch
ein  Werk  verfasst  hat,  indessen  liegt  nach  dem  Inhalte  der  von  Rokewood
  herausgegebenen  Chronik  die  Vermuthung  nahe,  dass  jene  mit
dieser  eine  und  dieselbe  Schrift  ist,  denn  von  häuslichen  Angelegenheiten, ­
  von  den  Äbten,  Prioren  und  anderen  Beamten,  von  Wahlen, ­
  Streitigkeiten  und  vielen  anderen  das  Kloster  betreffenden  Gegenständen ­
  wird  gerade  in  der  vorliegenden  Chronik  ausführlich
gehandelt.  Es  möchte  daher  kein  Verlust  zu  beklagen  sein.
Was  nun  den  Styl  Jocelin’s  anbetrifft,  so  ist  derselbe  einfach  7 ;
hin  und  wieder  schmückt  er  seine  Rede  mit  Stellen  aus  der  heiligen
Jocelin,  Chron.  p.  27  —  nisi  qiiia  cum  eo  VI  annis  existens  die  ac  nocte  vite
scilicet  meritum  et  sapientie  doctrinam  plenius  agnoscerem.  Auch  sagt  er  in  Beziehung ­
  auf  seine  Beobachtungen  p.  19:  plurima  notans  et  memorie  commendans.
Vergl.  auch  p.  26.
2 )  Jocelin,  Chron.  p.  71.  p.  95.
3 )  Nach  dem  Capit.  Aquisgr.  ann.  817.  cap.  63  (Pertz,  Monum.  Germ.  hist.
Tom.  III.  p.  203)  Hesse  sich  schon  aus  dieser  Stellung  des  Jocelin  auf  den  höheren
Grad  seiner  Bildung  schliessen,  indem  es  daselbst  heisst:  Ut  docti  fratres  eligantur,
qui  cum  superveniefttibus  monachis  (al.  hospitibus)  loquantur.
4 )  Jocelin,  Chron.  p.  50.
5 )  Jocelin,  Chron.  p.  12.  —  Vergl.  Rokewootl,  Notes,  p.  114.
G )  B  o  k  e  w  o  o  d,  Pref.  p.  IX.
7 )  Das  Latein  ist  das  seiner  Zeit;  in  den  Bestimmungen  der  Zahlen  folgt  er  den»
noch  heute  üblichen  französischen  Brauche;  siebzig  ist  bei  ihm  sexaginta  et  decem,
achtzig  quater  viginti.  S.  Jocelin  ,  p.  2.  34.  37.  42.
            
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