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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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Phillips

St.  Edmundi.  Sie  ist  erst  im  Jahre  1840  von  John  Gage  Rokewood
  auf  Kosten  der  Camden  Society  aus  einem  Harleischen  Manuscripte
  herausgegeben  worden.  Einige  Jahre  später  erschien
eine  englische  Übersetzung  derselben  von  T.  E.  Tom  lins  unter
dem  Titel:  „Monastic  and  social  life  in  the  XII.  Century,  as  exemplified
  in  the  Chronicles  of  Jocelin  of  Brakelond  from  A.  D.
1173—1202.“  London.  1843  *.  Ausserdem  hat  Th  omas  Car  ly  sl  e
in  seinem  Buche  „Past  and  Present“  (London  1843)  diese  Chronik ­
  zu  einem  sehr  bestimmten  Zwecke  benützt,  dazu  nämlich,  um
mit  dem  Zeitgemälde,  welches  die  Geschichte  jenes  Klosters  bietet,
so  manche  Verhältnisse  der  Gegenwart,  nicht  gerade  zu  deren
Vortheil,  zu  vergleichen.  Seine  Darstellung  gewährt  vieles  Interesse, ­
  ja  ist  in  vieler  Hinsicht  äusserst  anziehend;  allein  gerade  durch
ihren  tendenziösen  Charakter  und  die  oft  etwas  gesuchten,  zum
Theil  nicht  allgemein  deutlichen  Anspielungen  auf  die  jetzige  Zeit,
steht  sie  in  einem  grossen  Contraste  zu  der  Einfachheit  und  Naivetät
  des  Originals.  In  Deutschland  ist  das  Buch  des  Jocelin  bisher
noch  wenig  bekannt;  Pauli  in  seiner  Fortsetzung  von  Lappenberg’s
  Geschichte  von  England  2  sagt  von  diesem  „kleinen  ergötzlichen ­
  Buche“,  wie  er  es  mit  Recht  nennt,  „es  kümmert  sich  wenig
um  die  Tagesgeschichte,  aber  schildert  oft,  sogar  in  lustiger  Weise
die  Verwaltung  einiger  Äbte,  ihre  Feudalverhältnisse,  Processe  mit
Hintersassen  und  Bürgern,  Mönchthum  und  Klosterleben 3 .“
Jocelin  war  selbst  inBury  St.  Edmund’s  geboren  und  trägt  seinen
Beinamen  „de  lirakelonda“  von  einer  Strasse  der  Stadt,  welche  von

*)  S.  P  o  t  th  a  s  t,  Wegweiser  durch  die  Geschichtswerke.  S.  390.
2)  ßd.  3.  S.  885.
°)  Auch  Carlysle’s  bis  auf  einige  Puncte,  die  man  dem  Satyriker  zu  Gute  halten  muss,
richtige  Charakteristik  Jocelin’s  möge  hier  ihre  Stelle  finden.  Derselbe  sagt  in
seinem  angeführten  Buche  p.  55:  This  Jocelin,  as  we  can  discern  well  ,  was  an
ingenious  and  ingenuons,  a  cheeryhearted,  innocent,  yet  withal  shrewd,  noticing,
  quickwitted  inan;  and  from  under  his  monk’s  cowl  has  looked  out  on  that
narrow  section  of  the  world  in  a  really  human  manner;  not  in  any  simial,  canine,
ovine  or  otherwise  «whuman  manner,  —  afflictivo  to  all  that  have  humanity!  The
man  is  of  patient,  peaceable,  loving,  clear-smiling  nature;  open  for  this  and  that.
A  wise  simplicity  is  in  him;  much  natural  sense;  a  vcracity  that  goes  deeper  than
words.  Veracity;  it  is  the  basis  of  all;  and,  some  say,  means  genius  itself;  the
prime  essence  of  all  genius  whatsoever.  Our  Jocelin,  for  the  rest,  has  read  his
classical  manuscripts,  his  Virgilius,  Flaccus,  Ovidius  Naso;  of  course  still  more
his  Homilies  and  ßreviaries  and  if  not  the  Bilde,  considerable  tracts  of  the  Bible.
            
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