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Phillips
St. Edmundi. Sie ist erst im Jahre 1840 von John Gage Rokewood
auf Kosten der Camden Society aus einem Harleischen Manuscripte
herausgegeben worden. Einige Jahre später erschien
eine englische Übersetzung derselben von T. E. Tom lins unter
dem Titel: „Monastic and social life in the XII. Century, as exemplified
in the Chronicles of Jocelin of Brakelond from A. D.
1173—1202.“ London. 1843 *. Ausserdem hat Th omas Car ly sl e
in seinem Buche „Past and Present“ (London 1843) diese Chronik
zu einem sehr bestimmten Zwecke benützt, dazu nämlich, um
mit dem Zeitgemälde, welches die Geschichte jenes Klosters bietet,
so manche Verhältnisse der Gegenwart, nicht gerade zu deren
Vortheil, zu vergleichen. Seine Darstellung gewährt vieles Interesse,
ja ist in vieler Hinsicht äusserst anziehend; allein gerade durch
ihren tendenziösen Charakter und die oft etwas gesuchten, zum
Theil nicht allgemein deutlichen Anspielungen auf die jetzige Zeit,
steht sie in einem grossen Contraste zu der Einfachheit und Naivetät
des Originals. In Deutschland ist das Buch des Jocelin bisher
noch wenig bekannt; Pauli in seiner Fortsetzung von Lappenberg’s
Geschichte von England 2 sagt von diesem „kleinen ergötzlichen
Buche“, wie er es mit Recht nennt, „es kümmert sich wenig
um die Tagesgeschichte, aber schildert oft, sogar in lustiger Weise
die Verwaltung einiger Äbte, ihre Feudalverhältnisse, Processe mit
Hintersassen und Bürgern, Mönchthum und Klosterleben 3 .“
Jocelin war selbst inBury St. Edmund’s geboren und trägt seinen
Beinamen „de lirakelonda“ von einer Strasse der Stadt, welche von
*) S. P o t th a s t, Wegweiser durch die Geschichtswerke. S. 390.
2) ßd. 3. S. 885.
°) Auch Carlysle’s bis auf einige Puncte, die man dem Satyriker zu Gute halten muss,
richtige Charakteristik Jocelin’s möge hier ihre Stelle finden. Derselbe sagt in
seinem angeführten Buche p. 55: This Jocelin, as we can discern well , was an
ingenious and ingenuons, a cheeryhearted, innocent, yet withal shrewd, noticing,
quickwitted inan; and from under his monk’s cowl has looked out on that
narrow section of the world in a really human manner; not in any simial, canine,
ovine or otherwise «whuman manner, — afflictivo to all that have humanity! The
man is of patient, peaceable, loving, clear-smiling nature; open for this and that.
A wise simplicity is in him; much natural sense; a vcracity that goes deeper than
words. Veracity; it is the basis of all; and, some say, means genius itself; the
prime essence of all genius whatsoever. Our Jocelin, for the rest, has read his
classical manuscripts, his Virgilius, Flaccus, Ovidius Naso; of course still more
his Homilies and ßreviaries and if not the Bilde, considerable tracts of the Bible.