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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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Phillips

welche  er  zugleich  als  ein  Andenken  an  England,  Dunstan  widmete.
Er  selbst  wurde  zu  Anfang  des  eilften  Jahrhunderts  (1004)  von  der
ruchlosen  Hand  eines  seiner  Untergebenen  getödtet i .
Jener  Inguar,  welcher  an  der  Spitze  einer  Schaar  erschienen
war,  deren  Grausamkeit  mit  der  der  Menschenfresser  verglichen
wird 3 ,  verschwindet  bald  von  dem  Schauplatze  der  Geschichte.
Allmählich  kamen  dann  die  Christen  Ostangliens  aus  ihren  Schlupfwinkeln ­
  hervor  und  waren  nun  auch  darauf  bedacht,  die  Leiche
ihres  heldenmüthigen  Königs  aufzusuchen.  Man  fand  diese  unversehrt, ­
  so  wie  auch  sein  abgeschlagenes  Haupt,  welches,  wie  erzählt
wird,  von  einem  Wolfe  bewacht 3 ,  sich  auf  eine  wunderbare  Weise
kenntlich  gemacht  und  mit  dem  übrigen  Körper  vereinigt  haben
soll 4 .  Der  heilige  Leib  wurde  hierauf  in  einer  Ortschaft,  Namens
Hoxne,  zur  Erde  bestattet  und  darüber  eine  kleine  hölzerne  Capelle
gebaut 5 .  Die  vielen  Wunder  indessen,  welche  an  dem  Grabe
Edmund's  geschahen  und  alsbald  eine  grosse  Verehrung  desselben
als  eines  Heiligen  zur  Folge  hatten 6 ,  gaben  zu  Anfang  des  zehnten
Jahrhunderts  Veranlassung  dazu,  den  Körper  desselben  an  einen
ansehnlicheren  Ort  zu  transferiren.  Ein  dort  ansässiger,  aus
königlichem  Blute  entsprossener  Edelmann  7 ,  Beodrich  mit
Namen,  schenkte  dann  im  Jahre  903  seine  nach  ihm  benannte  Ortschaft ­
  Beodricheswo  r  t  h,  dem  heiligen  Edmund.  Obschon
Beodrich’s  Wohnhaus  noch  zu  Anfang  des  dreizehnten  Jahrhunderts

A  i  in  o  i  n.  I.  e.  cap.  20  col.  410.
а )  Ab  ho  I.  c.  cap.  5.  col.  510.
3 )  Der  das  königliche  Haupt  schützende  Wolf  war  ein  häufiger  Gegenstand  bildlicher
Darstellungen,  die  sich  in  dem  Kloster  St.  Edmund  vörfanden.  S.  Yates,  llistory  and
Antiquities  of  the  Abbey  of  St.  Edmunds  Bury,  2 d  edit.  London  1843.  Plate,  c.  II.  Der
Saciista  des  Klosters  führte  diesen  Wolf  in  seinem  Wappen.  S.  Bio  me  fiel  d,
Norfolk,  Vol.  I.  p.  203.  —  Yat  es  1.  c.  p.  194.
4 )  Ab  bo  l.  c.  cap.  12.  col.  515.  —  S.  auch  Ch  r  o  n.  Turo  n.  (bei  M  arte  n  e,  Amplissima ­
  Colleetio  Tom.  V.  col.  096).  Dassselbe  erzählt  Order.  Vital.  I.  c.  cap.  22.
col.  366.  von  dem  unschuldig  hingerichleten  Grafen  Gallenus.
5 )  Vieles  hiebei*  Gehörige  findet  sich  ausser  in  dem  angegebenen  Werke  von  Yates
p.  42  sqq.  hei  ßattely,  Antiquit.  S.  Edmund.  1745  und  bei  Dugdale  1.  c.  Tom
111.  p.  98  etc.
б )  Vergl.  Li  her  M  iraculorum  S.  Eadmundi  Orientalium  Anglorum  Regis  auetore
anonymo  (bei  M  a  r  l  e  n  e  1.  c.  Tom,  VI.  col.  822  sqq.).
7 )  R  o  k  e  w  o  o  d  I.  c.  p.  150.
            
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