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Phillips
Kloster 1 zu wirken. Nicht gar ferne davon befand sich die Stätte,
an welcher Edmund, der König von Ostanglien, als christlicher
Held für seinen Glauben am 20. November des Jahres 870 sein Blut
vergossen hatte. Der Dänenfürst In gu ar, den die nordische Sage
als Ragn ar Lodbrog's Sohn erscheinen lässt 3 , war mit einem
gewaltigen Schiffsheere nach Ostanglien gekommen; eine Schlacht,
welche er dem Könige lieferte, blieb unentschieden. In seinem
Übermuthe forderte er Edmund auf, sich seiner Herrschaft zu unterwerfen
und dem Christenthume abzuschwören. Auf dessen Weigerung
überfiel ihn Inguar heimtückischer Weise 3 hei Eglesdane, liess ihn
an einen Baum binden, und, einem heiligen Sebastian gleich, von einem
Hagel von Pfeilen durchbohren, endlich aber nach langer, grausamer
Qual ihm das Haupt abschlagen 4 . Zum Gedächtnisse daran sangen
die nachmaligen Mönche von St. Edmund an dem Tage des Heiligen
und hei anderen Gelegenheiten:
Martyri adhuc palpitanti sed Christum confitenti iussit Hinguar
caput auferri sicque Eadmundus Martyrium consummavit et
ad Deum exultans vadit 5 .
Das Leben und der Tod Edmund’s bildet eine interessante Episode
in der sonst so armen Geschichte des Königreiches Ostanglien.
Jenes hat im fünfzehnten Jahrhunderte eine poetische Darstellung
durch John Lydgate, einen Mönch von St. Edmund, gefunden,
welcher dieselbe König Heinrich VI. verehrte. Das Manuscript,
*) Iiistoria Kam es. sive über de fundatione et benefactoribus coenobii Rames. auctore
anonyino (Gale, Script, rer. Britann. Tom. II. p. 385 sqq.) — Von Abbo sagt Order.
Vital. Hist, eccles. Lib. IV. cap. 9. (Migne, Tom. CLXXXVIII. col, 324): Horum
(Dunslani et Oswaldi) precibus Floriacensis Abbo sapiens atque religiosus coenobifa
missus est trans tnare et monasticum usum docuit Ramesiae et in aliis monasteriis
Angliae sicuti tenebatur in Gallia eodem tempore.
3) Vergl. Lappen!» erg, Gescbiebte von England. Bd. 1. S. 299.
3 ) Eine Sage erzählt, ein junges Ehepaar habe den Aufenthalt des Königs, der sich unter
einer Brücke versteckt haben soll, den Dänen verrathen; man erkannte ihn an seinen
goldenen Sporen. Die Brücke hiess seither „Goldbridge“ und es lag ein Fluch auf ihr
für alle jungen Ehegatten, welche dieselbe passirten. S. Suek ling, SufTolk. Vol. 1.
p. XXII.
4 ) Abbo, Passio S. Eadmundi. cap. 10. col. 514. — Willi. Malme sbur. I. c. Lib. II.
col. 1520.— De gest. Reg. Anglor. Lib. II. p. 120. (Migne I. c. col. 1079.) — Vergl.
Lappenberg a. a. 0. S. 306.
5 ) S. über ein Manuscript aus der ersten Hälfte des zwölften Jahrhunderts, welches dies
Responsorium enthält: Rokcwood, Notes (s. unten II. S. 130) p. 115.