Wie kam die Stadt Villingen vom Hause Fürstenberg; an Österreich? 115
liglich gekommen seien, um tausend Mark Silbers, derselben Währung,
so man ihnen auch das übrige Silber währen soll i).
Es seiteint also, dass die Grafen von Fürstenberg nach und
nach, zu ihrem Gelde kamen.
Da Villingen ein Lehen vom Reiche war, liess sich Herzog
Albrecht von den Grafen darüber einen Revers ausstellen, dass sie
ilirn die Belehnung von Kaiser und Reich verschaffen wollten. Wir
erfahren dieses aus einem Vertrage, welchen die Herzoge Albrecht
und Oito von Österreich am 15. Juli 1330 mit K. Ludwig in Hagenau
abschlossen, worin es heisst: „sonderlich soll er uns Vilingen leihen,
als die brief sagent, die wir von den edlen mannen grav Götzen vnd
graf Johannsen von Fürstenberg darüber haben“ 3 ).
Noch mag bemerkt werden, dass die Grafen von Fürstenberg,
schon vor dem förmlichen Abschlüsse des Kaufes, Villingen aufgegeben
hatten. Als am 9. October 1326 Werrther von Tettingen von
ihnen seiner Haft entlassen wurde 3 ), versöhnte er sich mit den Grafen
Johann und Götz von Fürstenberg und allen denen, die dabei
waren, als er zu Bräunlingen gefangen genommen wurde, mit Ausnahme
der Villinger, deren Freund er nicht werden muss, er thue es
denn freiwillig. Da wir nicht wissen, wie lange Wernher von Tetlingen
in Haft war, lässt sich auch nicht einmal vermuthungsweise
angeben, zu welcher Zeit jenes Treffen bei Bräunlingen vorliel, in
welchem die Villinger, in Gemeinschaft mit ihren Grafen, ohne Zweifel
gegen die Helfer des Grafen Heinrich II. von Fürstenberg fochten.
Auch scheint die Fehde der Stadt Villingen mit dem letztgenannten
Grafen und dessen Helfern nicht ohne Nachwirkung geblieben
zu sein, wenn man nicht annehmeii will, es seien Zerwürfnisse
mit der Stadt Freiburg auch noch durch andere, nicht bekannte
Gründe erneuert worden. Am 18. April 1330 söhnte sich die Stadt
Freiburg i. B. mit den Grafen Johann und Götz von Fürstenberg aus,
wegen alles Schadens, der ihr war zugefügt worden während des
Krieges, den sie, die Grafen, mit denen von Villingen hatten 4 ). Die
*) Geben an unser frauenlag in mitten äugst 1329 Ausführlicher Extract in Kefer’a
Colleetaneen. Das Orig, kenne ich nicht.
2 ) Gewoldi Defens. Lud. IV. p. 107.
3 ) Gehen ze Tettingen 1326 an santDyonisien tag, indict. 10. Orig, im f. Fürsten!), Areh.
4 ) Gehen ze Friburg 1330 an der nehsten mittewoehen vor sante Gerientag. Orig, im
f. Fursfenh. Arch. Ein nach einer Abschrift Kefer’s gefertigter Abdruck in Mone's.
Zeitsch. 3, 468. Statt Cunzzen von Egidingen bat das Orig. Cvnzzin von Nidingen.
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