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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

Wie  kam  die  Stadt  Villingen  vom  Hause  Fürstenberg;  an  Österreich?  115
liglich  gekommen  seien,  um  tausend  Mark  Silbers,  derselben  Währung, ­
  so  man  ihnen  auch  das  übrige  Silber  währen  soll  i).
Es  seiteint  also,  dass  die  Grafen  von  Fürstenberg  nach  und
nach,  zu  ihrem  Gelde  kamen.
Da  Villingen  ein  Lehen  vom  Reiche  war,  liess  sich  Herzog
Albrecht  von  den  Grafen  darüber  einen  Revers  ausstellen,  dass  sie
ilirn  die  Belehnung  von  Kaiser  und  Reich  verschaffen  wollten.  Wir
erfahren  dieses  aus  einem  Vertrage,  welchen  die  Herzoge  Albrecht
und  Oito  von  Österreich  am  15.  Juli  1330  mit  K.  Ludwig  in  Hagenau
abschlossen,  worin  es  heisst:  „sonderlich  soll  er  uns  Vilingen  leihen,
als  die  brief  sagent,  die  wir  von  den  edlen  mannen  grav  Götzen  vnd
graf  Johannsen  von  Fürstenberg  darüber  haben“  3 ).
Noch  mag  bemerkt  werden,  dass  die  Grafen  von  Fürstenberg,
schon  vor  dem  förmlichen  Abschlüsse  des  Kaufes,  Villingen  aufgegeben ­
  hatten.  Als  am  9.  October  1326  Werrther  von  Tettingen  von
ihnen  seiner  Haft  entlassen  wurde 3 ),  versöhnte  er  sich  mit  den  Grafen ­
  Johann  und  Götz  von  Fürstenberg  und  allen  denen,  die  dabei
waren,  als  er  zu  Bräunlingen  gefangen  genommen  wurde,  mit  Ausnahme ­
  der  Villinger,  deren  Freund  er  nicht  werden  muss,  er  thue  es
denn  freiwillig.  Da  wir  nicht  wissen,  wie  lange  Wernher  von  Tetlingen
  in  Haft  war,  lässt  sich  auch  nicht  einmal  vermuthungsweise
angeben,  zu  welcher  Zeit  jenes  Treffen  bei  Bräunlingen  vorliel,  in
welchem  die  Villinger,  in  Gemeinschaft  mit  ihren  Grafen,  ohne  Zweifel ­
  gegen  die  Helfer  des  Grafen  Heinrich  II.  von  Fürstenberg  fochten. ­
  Auch  scheint  die  Fehde  der  Stadt  Villingen  mit  dem  letztgenannten ­
  Grafen  und  dessen  Helfern  nicht  ohne  Nachwirkung  geblieben ­
  zu  sein,  wenn  man  nicht  annehmeii  will,  es  seien  Zerwürfnisse
mit  der  Stadt  Freiburg  auch  noch  durch  andere,  nicht  bekannte
Gründe  erneuert  worden.  Am  18.  April  1330  söhnte  sich  die  Stadt
Freiburg  i.  B.  mit  den  Grafen  Johann  und  Götz  von  Fürstenberg  aus,
wegen  alles  Schadens,  der  ihr  war  zugefügt  worden  während  des
Krieges,  den  sie,  die  Grafen,  mit  denen  von  Villingen  hatten 4 ).  Die
*)  Geben  an  unser  frauenlag  in  mitten  äugst  1329  Ausführlicher  Extract  in  Kefer’a
Colleetaneen.  Das  Orig,  kenne  ich  nicht.
2 )  Gewoldi  Defens.  Lud.  IV.  p.  107.
3 )  Gehen  ze  Tettingen  1326  an  santDyonisien  tag,  indict.  10.  Orig,  im  f.  Fürsten!),  Areh.
4 )  Gehen  ze  Friburg  1330  an  der  nehsten  mittewoehen  vor  sante  Gerientag.  Orig,  im
f.  Fursfenh.  Arch.  Ein  nach  einer  Abschrift  Kefer’s  gefertigter  Abdruck  in  Mone's.
Zeitsch.  3,  468.  Statt  Cunzzen  von  Egidingen  bat  das  Orig.  Cvnzzin  von  Nidingen.
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