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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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Roth  von  Schreckenstein

vonOchsenstein  und  Herzog  Ludwig  von  Teck 1 ).  Somit  war  also  die
Stadt  in  aller  Form  Rechtens  an  das  Haus  Österreich  verkauft.
Völligen  Abschluss  erhielt  der  Handel  durch  eine  am  1.  December
  1326  ausgestellte  Urkunde 3 ).  Herzog  Albrecht  von  Österreich
bezeugt,  für  sich  und  seine  Brüder,  dass  er  die  Grafen  Johann  und
Götz  von  Fürstenberg  und  alle  die  dabei  waren,  als  die  Villinger
Bürger  in  Haslach  gefangen  wurden,,  mit  seinen  lieben  Bürgern^zu
Villingen  völlig  gesühnt  und  ausgerichtet  habe.  Es  wird  bestimmt,
dass  die  Diener  der  Grafen  von  Fürstenberg  zur  Stadt  Villingen  im
alten  Rechte  bleiben  sollten.  Die  Bürger  zu  Villingen  sollen  keinen
Vogtmann  oder  eigenen  Mann  der  Grafen  zu  ihrem  Mitbürger  aufnehmen, ­
  es  wäre  denn,  dass  sich  derselbe  in  den  Ringmauern  niederlassen ­
  wollte.  Die  Bürger  von  Villingen  haben  keinerlei  Ansprüche
zu  erheben  wegen  Schulden,  die  Graf  Egen,  der  Vater  der  beiden
Grafen,  contrahirt  hatte,  es  seien  nun  wissende  Schulden  oder  nicht.
Doch  sollen  die  Grafen  alle  kündbaren  Gülten  zahlen.  Auch  soll  kein
Schaden  gehen  auf  die  Grafen  von  Fürstenberg,  von  Juden,  Geiselschaft ­
  oder  sonst  wie  immer,  seit  der  Zeit  des  zu  Offenburg
errichteten  Vertrages.  Es  siegelten  der  Herzog  Albrecht  und  die
Stadt  Villingen.
Neben  solchen  urkundlichen  Angaben  bleibt  der  chronikalischen
Tradition,  dass  sich  die  Stadt  seihst  freigekauft  habe,  freilich  nur
sehr  wenig  Raum.  Gleichwohl  müssen  wir  die  traditionelle  Ansicht
noch  näher  prüfen.  Professor  Kefer  hat  unter  anderen  Collectaneen
auch  einen  kleinen  handschriftlichen  Aufsatz  hinterlassen,  welcher
den  Titel  führt:  „Pragmatische  Geschichte  der  Loskaufung  Villingeris
  von  der  Herrschaft  der  Grafen  von  Fürstenberg  und  Ankaufs  an
das  Haus  Österreich.  1817.“  Ich  konnte  aus  dieser  auf  40  Seiten
in  Quarto  gegebenen,  sehr  lückenhaften  Darstellung,  welche  erst  mit
dem  Vertrage  vom  30.  Mai  1324  beginnt,  nur  sehr  wenig  Neues  entnehmen, ­
  da  ich  die  in  derselben,  zum  Theile  in  Extenso,  mitgetheilten
  Urkunden  grösstentheils  schon  kannte.  Kefer  bezieht  sich  aber

1)  Ein  Bruder  des  oben  genannten  Herzogs  Lutzmann.  Stalin  3,  697.  Münch  1,  336
gibt  an  ,  der  Verkauf  sei  um  8300  M.  S.  erfolgt.  End  doch  hat  auch  die  Abschrift,
welche  ihm  verlag,  ganz  deutlich  achthalb  tusent  mark  Silbers.
2 )  Geben  Montag  nach  St.  Andreastag  zu  Ensisheim  1326.  Orig,  im  f.  Fürstenb.  Archiv.
Beilage  VI.
            
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