Wie kam die Stadt Villingen vom Hause Fürstenberg an Österreich? 111
Aus dieser Urkunde geht mit Sicherheit hervor, dass auch
Herzog Albrecht von Österreich anerkannte, dass es ihm noch obliege,
die Grafen von Fürstenberg zu entschädigen. Leider kennen wir die
von den Schiedsrichtern auf^estellten Puncte nicht.
Wenige Tage nach diesen Verhandlungen, am 30. November
1326, am St. Andreastage, kam zu Ensisheim der wirkliche Verkauf
zu Stande 1 )-Es
beurkunden die Grafen Johann und Götz von Fürstenberg,
Gebrüder, dass sie mit Rath ihrer Freunde und Diener dem Herzoge
Albrecht von Österreich und dessen Brüdern die Stadt und den
Kirchensatz zu Villingen, die Burg Waremberg 2 ), die Dörfer
Klengen, Beckhofen und Grüningen 3 ) und das Brigenthal, mit
Leuten und Gütern, Vogtei, Rechten und allen Nutzungen, um
7500 Mark Silbers Villinger Gewichtes verkauft haben. Ausgenommen
von diesem Verkaufe sind: Herzogenweiler das Dorf, die Urach das
Thal, Waldau das Dorf, Linach das Thal, Langenbach das Thal,
Glasbach das Thal, Sinkingen das Dorf und Schönau das Thal 4 ).
Auch behielten sich die Grafen ausdrücklich das Erbe vor, welches
sie von ihrem Vetter dem Grafen Gebhard noch zu erwarten
hätten. Dieses soll nicht in den Kauf eingeschlossen sein. Es siegelten
mit den beiden Verkäufern Graf Rudolf von Hohenberg, Otte Herr
*) Lichnowsky 3, Heg-. 719. Ich benütze eine Abschrift der im k. k. Hans-, Hof- und
Staatsarchive zu Wien befindlichen, mit 3 Siegeln versehenen Originalurkunde. Dadurch,
dass die Existenz des Originales dieser Urkuude nachgewiesen ist, schwinden
alle Bedenken, welche in früherer Zeit DÖpser, dem nur eine sehr mangelhafte
Copia de Copia non vidimata vorlag, und auf dessen Autorität E. Münch i, 336
gehegt hatten. Beilage V.
2 ) Waremberg ist eine abgegangene. Burg bei Villingen, nicht Warteinberg bei Geisingen,
wie bei Stalin 3, 172 steht.
3 ) Die genannten drei Orte liegen im Brigenthale zwischen Villingen und Donaueschingen.
Beckhofen besteht jetzt nur noch aus zwei Höfen mit eigener Gemarkung.
4 ) Herzogenweiler ist ein Dörfchen seitwärts vom ßrigen- (ßrigach-) Thale gelegen,
welches ehedem eine eigene Pfarrei hatte, zu welcher, nebst anderen Orten,
Sohönebach, Linach, Langenbach und Glasbach als Filiale gehörten. Dasselbe liegt
zwei Stunden von Donaueschingen. Was das Thal Schönau betrifft, so führt dasselbe
in den im 17. und 18. Jahrh. gefertigten Repertorien immer noch diesen Namen neben
dem neueren Schönebach. Auch der Abt Georg Gaisser von St. Georgen scheint in
seinen Tagebüchern zum 8. Jänner 1640, unter der vallis Schönaugiensis, Schönenbach
zu verstehen. Mone, Quellensainml. 2, 373. Sinkingen liegt bei Villingen.
Die Urach endlich, die Urkunde hat „Durach das tal“, ist ein zwei Stunden langes
Thal, welches ungefähr zwei Stunden von Donaueschingen entfernt liegt.