Wie kam die Stadt Villingen vom Hause Fiirstenberg an Österreich? 10Ö
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Im Jahre 1324, Freitag nach Nicolaitag, am 7. Decemher, also
am gleichen Tage, an welchem die Grafen Johann und Götz von
Fürstenberg den Zunftbrief ausstellten, sagten dieselben der Stadt
Villingen zu, derselben wider Heinrich Grafen von Fürstenberg,
Diethelm von Krenkingen, die von Almendshofen und andere Helfer
beizustehen und ohne Zustimmung der Bürger keinen Frieden abzuschliessen
*).
Von 1316 bis 1324 hat aber die Fehde zwischen den Grafen
von Fürstenberg-Haslach und Fürstenberg-Fürstenberg sicherlich
nicht gedauert, denn am 30. Mai dieses Jahres besiegelte ja Graf
Heinrich II., wie oben bemerkt wurde, den von seinen Vettern
Johann und Götz der Stadt Villingen gegebenen Zusagebrief. Es
scheint also, aus Gründen, die wir nicht kennen, neuerdings ein
Zwist entstanden zu sein. Die jungen Grafen waren wol noch schwerlich
in der Lage, die Stadt in eine Fehde zu verwickeln, welche
dieser nicht zusagte 3 ).
Möglicher Weise hieng die erneuerte Fehde mit dem allgemeinen
Zwiespalte im Reiche zusammen. Die Grafen Johann und Götz
standen mit K. Ludwig auf gutem Fusse. Graf Heinrich II. dagegen
war, wenigstens im Jahre 1315, ein Anhänger der Herzoge von
Österreich 3 ). Von einem später erfolgten Parteiwechsel dieses
Grafen ist nichts bekannt.
Münch, der sich durch Amplificationen und vage Vermuthungen
zu helfen sucht, wo ihm keine Quellen vorliegen, gibt nun freilich
an 4 ), Villingen sei fortwährend der Zankapfel zwischen den beiden
Linien eines und desselben Hauses gewesen. Diese Angabe ist aber
vollständig aus der Luft gegriffen, denn es liegt auch nicht ein
einziges Schriftstück vor, aus welchem sich entnehmen Hesse, dass
Graf Heinrich II. von Fürstenberg-Fürstenberg nach dem Besitze der
genannten Stadt gestrebt habe 5 ).
*) Münch i, 334 und Villinger Repertorium von 1686.
2 ) Dass die Stadt Villingen im Sommer 1319 Fehden zu bestehen hatte, beweist ein
Rathsbeschluss vom 29. Juni. Es handelt sich um Normen, nach denen die Ablösung
geschehen soll, wenn die Stadt zur Hälfte oder nach Vierteln auszieht. Geben freilag
nach St. Johannestag zu sungichten 1319. Copie in Kefer’s Nachlasse.
3 ) Urkunde vom 24. März 1315 bei Lichnowskv, ßd. 3 Reg. 314.
"*) Geschichte des Hauses Fiirstenberg 1, 334.
5 ) Vermöge der von seinem Vater dem Grafen Friedrich besiegelten Urkunde vom
16. October 1284 waren ja Graf Heinrich und seine Descendenz von der Ausübung von
Herrenrechten in Villingen gänzlich ausgeschlossen.