Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

Wie  kam  die  Stadt  Villingen  vom  Hause  Fürstenberg  au  Östei'refth?  99
Egen  von  Fürstenberg  der  Stadt,  dass  sie  das  Schultheissenamt
fünf  Jahre  lang  aus  der  Zahl  der  Vierundzwanziger  besetzen  dürfe  *).
Graf  Egirio  von  Fürstenberg,  Herr  zu  Villingen  und  Haslach,
starb  im  Jahre  1324.  Nunmehr  tratin  derThat  der  in  der  Urkunde  vom
16.  October  1284  vorgesehene  Fall  ein.  Der  Herr  von  Villingen
hinterliess  zwei  Söhne,  während  doch  die  Stadt  nur  unter  einem
einzigen  Gliede  des  gräflichen  Hauses  stehen  konnte  und  wollte.  Am
30.  Mai  1324  2 )  verständigten  sieh  die  Brüder  Graf  Johann  und  Graf
Götz  von  Fürstenberg  vorläufig  mit  der  Bürgerschaft  dahin,  dass  sie
eidlich  angelobten,  die  Stadt  bei  allen  Rechten  und  Freiheiten  zu
erhalten,  welche  diese  unter  ihrem  Vater  dem  Grafen  Egen  besessen
habe.  Fernerhin  sagten  sie  der  Bürgerschaft  zu,  dass  sie,  bis  zu  St.
Johannis  zur  Sonnwenden,  und  von  dort  an  in  zwei  Jahren,  also  bis  zum
24.  Juni  1326,  einen  von  ihnen  beiden  der  Stadt  zum  Herrn  setzen
wollten.  Man  bemerke,  dass,  während  das  Versprechen,  die  Stadt
bei  ihren  Rechten  zu  erhalten,  ein  eidliches  war,  die  weitere  Versprechung ­
  keine  eidliche  gewesen  ist,  „vnd  so  die  zwei  iar  für  koinment,
  so  sun  wir  inen  einen  herren  vnder  vns  geben,  swenne  si  es
vorderen“.
Derjenige  unter  den  beiden  Brüdern,  welcher  innerhalb  der
Frist  zum  Herrn  der  Stadt  eingesetzt  wird,  soll  derselben  alle  jene
Puncte  verbriefen,  die  in  den  älteren  Verträgen  enthalten  sind  s ).
Sollten  die  beiden  Brüder  innerhalb  der  zwei  Jahre  Stösse  mit
einander  bekommen,  so  ist  die  Stadt  nicht  gehalten,  einem  unter  ihnen
beizustehen.  Um  nun  den  Villingern  jede  gewünschte  Sicherheit  zu
geben,  siegelten,  mit  den  beiden  Brüdern  Johann  und  Götz,  auch
Graf  Gebhard  von  Fürstenberg,  Chorherr  zu  Constanz  (ihr  Oheim),
Markgraf  Heinrich  von  Hachberg,  die  Grafen  Konrad  von  Freiburg,
Hug  von  Bregenz,  Heinrich  von  Fürstenberg  (der  Sohn  ihres  Oheims
Friedrich)  und  Rudolf  von  Hohenberg,  sowie  Herr  Walther  von
Geroldseck.  Die  Stadt  war  also,  in  Hinsicht  auf  die  Erhaltung  des
status  quo,  hinreichend  gesichert.  Aber  sie  verlangte  mehr.  So  scheint
es  wenigstens.

*)  Archivrepertorium  von  1686  zu  Villingen.
2 )  G.  ze  Vilingen  an  dem  nehsten  gutentage  vor  dem  pfingsttage  1324.  Copia  vidimata
von  1790  in  Kefer’s  Nachlass.
3 )  Sie  werden  einzeln  aufgeführt.  Es  sind  die  in  den  Urkk.  vom  16.  Oct.  1284.  und  vom
24.  Aug.  128G  enthaltenen  Puncte.
7*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.