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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 48. Band, (Jahrgang 1864)

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Roth  von  Sclireckenstein

Die  Stadt,  deren  Bürgerschaft  damals  fest  zum  Grafen  hielt,  widerstand ­
  den  Angriffen  der  Belagerer.
Daher  sah  sich  K.  Rudolf  nochmals  in  die  Lage  versetzt,  in
Person  zu  erscheinen,  im  October  1281  *)•  Am  23.  October  kam
zwischen  ihm  und  dem  Grafen  Egino  ein  Vergleich  zu  Stande,  in
welchem  unter  anderem  auch  bestimmt  wurde,  dass  der  Graf  alles
Reichsgut,  welches  er  an  sich  gezogen  hatte,  zurückgeben  müsse
und  dass  ihm  der  König  darum  Recht  thun  solle,  wenn  er  es  suche 2 ).
Dieser  Punct  ist  von  Wichtigkeit.  Es  handelte  sich  also,  wie  bei
Villingen  und  Haslach,  um  eine  Prüfung  und  Anerkennung  von  Besitztiteln, ­
  die  aus  der  Zäringer  Erbe  flössen.
Das  gute  Einvernehmen  zwischen  dem  Grafen  und  der  Bürgerschaft ­
  war  aber  nicht  von  langer  Dauer.  K.  Rudolf  musste,  am  17.  Juni
1282,  durch  seine  Boten  richten  und  schlichten  lassen  s ).  Wir  heben
aus  dieser  Urkunde  nur  hervor,  dass  die  Stadt,  die  ihrem  Grafen
bisher  100  Mark  Silber  als  Steuer  bezahlte,  von  nun  an  200  Mark
zahlen  sollte.  Die  Grafen  von  Fürstenberg  erhoben,  wie  bereits  erwähnt ­
  wurde,  im  Jahre  1284  nur  40  Mark  von  Villingen.
War  auch  Freiburg  bedeutend  grösser,  so  wird  sich  das  Verhältniss
  der  Leistungsfähigkeit  der  beiden  Städte  doch  kaum  wie
5:  1  gestellt  haben.
Was  nun  die  Grafen  von  Freiburg  betrifft,  so  genügt  es  zu
wissen,  dass  dieselben,  trotz  einer  ganzen  Reihe  von  Sühnversuchen,
seit  dem  letzten  Viertel  des  13.  Jahrhunderts  nie  mehr  in  ein  eigentlich ­
  gedeihliches  Einvernehmen  mit  ihrer  Bürgerschaft  kamen.  Die
Stadt  war  hiebei  der  mächtige,  der  gewinnende  Theil.  Die  Grafen
sanken  nach  und  nach,  nicht  ohne  eigene  Schuld,  aber  auch  keineswegs ­
  nur  durch  dieselbe,  zu  einer  so  bedenklichen  Lage  herab,
dass  ihnen  nur  noch  der  Schatten  eines  Regimentes  blieb  4 ).
Aber  auch  in  Villingen  sollte  die  Gewalt  der  Grafen  von  Fürstenberg
noch  weiter  herabgedrückt  werden,  als  bereits  durch  die  schon
erwähnten  Verträge  geschehen  war.  Im  Jahre  1303  bewilligte  Graf

*)  Ann.  Colm.  1.  c.  17.
2 )  Schreiber,  Urkb.  der  Stadt  Fred).  1,91.
3 )  Schreiber,  Urkb.  1,  92.
4 )  Yergl.  Stalin  3,  102  und  Kopp  Reichsgesch.  5,  404.
            
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