Wie kam die Stadt Villingen vom Hause Fürsteuberg an Österreich? 95
lei Weise gegen die Stadt, mit Worten und Werken, Rath und That,
behilflich sein zu wollen.
Es sind dieses: Graf Friedrich von Fürstenherg (Egen’s Bruder),
Friedrich und Brun von Hornberg, die er seine Oheime nennt,
Heinrich und Konrad von Blumeneck, Hug von Schiiteck und Johann
sein Solin, Brun und Johann von Kürneck 4 ).
Wir wissen nicht, welche Puncte in dem zwischen Fürstenberg
und der Stadt 1286 aufgerichteten Vertrage überfahren worden
waren, können aber aus einer königlichen Verfügung entnehmen,
dass der Streit ein ziemlich heftiger gewesen ist.
K. Rudolf schreibt am 8. November 1290 aus Altenburg an die
Rathmannen und Bürger zu Villingen, dass er ihnen auf inständige
Bitte des Grafen Egino von Fürstenberg, seines lieben Getreuen, den
bisher gegen sie gehegten Groll nachlasse und sie wieder zu Gnaden
aufnehme. Leider ist die Ursache der königlichen Ungnade in
der Urkunde nicht berührt 2 ).
Graf Egen (Egino) hatte sich vermuthlieh zuerst beim Könige
beschwert und dann, nach erfolgter Aussöhnung mit der Stadt, seine
Fürbitte eingelegt.
Zu heftigen Reibungen kam es nach dieser Sühne nicht mehr.
Ob aber ein ganz gutes Einvernehmen hergestellt wurde, das dürfte
sehr zu bezweifeln sein, obgleich Graf Egen im Jahre 1299 s), zwischen
den Bürgern zu Villingen und seinem Bruder dem Grafen
Gebhard von Fürstenberg einen Vertrag zu Stande brachte, in
welchem der letztgenannte Graf auf die Klage verzichtet, die ihm
1 ) An dem nehsten donrestage vor saute Marien Magdalenentage 1290. Abschrift in»
f. Fürstenb. Arcli. nach dem Orig, zu Villingen. ich habe auch diese Abschrift mit
einer in Kefer’s Nachlasse befindlichen Copia vidimata von 1790 verglichen.
2 ) Böhmer, Reg. Rud, 1243 in Addit. I. Abdruck bei Fickler, Quellen und Forschungen
98. Das wohlerhaltene Original befindet sich im Archive der Stadt Villingen, wo
ich dasselbe eingesehen habe,
°) Die Urkunde ist abgedruckt bei Fickler, Quellen und Forschungen 99. Die Bemerkung
des Editors, dass, statt nunzig.vnd ain jare, wol nunzig vnd nun jare hätte
geschrieben werden sollen, findet ihre Bestätigung durch das Repertorium von
1G8G, wo die Urk. zu 1299 eingetragen ist. Es wäre aber sehr nützlich gewesen,
wenn Fickler angegeben hätte, ob er die Urkunde nach dem Originale oder nur
nach einer Abschrift gegeben habe. Sollte nicht, statt Grave G. von Vürsteberch
hie n er genannt, zu lesen sein: hieuor genannt? Der Beiname hi euer ist mir
etwas unwahrscheinlich. Sindelstein, jetzt Zindelstein, war eine Burg bei Wolterdingen,
nicht weit von Donaueschingen, und schon 122.'» im Besitze des Hauses
Urach (Fürstenberg). Gerbert Hist. nig. silv. 3, 103.