Full text: Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 41. Band, (Jahrgang 1863)

pflege der Numismatik in Österreich etc. 
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I. Maria Anna, Erzherzoginn von Österreich, f 1789. 
Die durchlauchtigste Frau Erzherzoginn Maria Anna, der 
Kaiserinn M. Theresia zweite, in Wien am 6. October 1738 geborne 
Tochter, ward den 2. Februar 1766 zur ersten Äbtissinn des von 
ihrer Mutter auf dem k. Schlosse zu Prag gegründeten adeligen 
Damenstiftes ernannt. Im Jahre 1781 vertauschte sie diesen 
Sitz mit der Residenz zu Klagenfurt, wohin sie am 23. April 
abreiste. Sie starb daselbst am 19. November 1789 , wo sie auch 
ruht. Das Nähere über diese kunstfertige Erzherzoginn siehe in 
v. Wurzbach’s biograph. Lexikon. Bd. VII, 26. 
So wie Kaiser Karl VI. eine Geschichte seiner Regierung in 
Denkmünzen, eine Histoire metallique, begann, die aber, als 
sein Hofantiquar Heraeus in Ungnade gefallen war ')■ in's Stocken 
gerieth, ward dagegen diese Idee von dessen Tochter, der grossen 
Kaiserinn M. Theresia, zur Verherrlichung ihrer vierzigjährigen 
Regierung glücklich ausgeführt. 
Die so eben genannte Frau Erzherzoginn, welche ihre Müsse 
mit allem Eifer dem Zeichnen (deren Lehrer in diesem Fache 
Friedrich Brand gewesen) und der Numismatik widmete, beschrieb 
mit eigener Hand die Denkmünzen ihrer kaiserlichen Mutter. Dieses 
Manuscript, mit den betreffenden Zeichnungen, wozu sie auch 
den jungen Adam B artsch 3 ) verwendete, verwahrt die Bibliothek 
des k. k. Münz- und Antiken-Cabinets in Wien. Dasselbe ist in 
Grossfolio, in blauem Maroquin mit Goldschnitt eingebunden und 
trägt auf dem Deckel der Vorder- und Rückseite die verschlun- 
*) S. meine Medaillen auf berühmte Männer des Österr. Kaiserstaales. ßd. II, 410. 
Über dessen kais. Ungnade S. 421 und besonders 582. 
2 ) Adam Ritter von Bartsch, 1757 in Wien geboren, ein Schüler des Medailleurs 
Domanek und des Prof. Schmutzer, verschaffte sich durch die glückliche Nach 
zeichnung der bis dahin unter der Kaiserinn M. Theresia in geprägten goldenen und 
silbernen Medaillen im Jahre 1777 die Anstellung als Scriptor an der k. k. Hof 
bibliothek, rückte allmählich zum ersten Custos und Hofrathe vor, erhielt 1812 
den Leopold-Orden und den Ritterstand und starb zu Hietzing am 21. August 1821. 
Allbekannt ist dessen Peintre graveur in 21 Bden. v. 1803—1821.
	        
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