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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Kreolische  Studien  VI.

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scheinlichkeit  aus  dieser  Quelle  herzuleiten  wäre.  Anders  verhält ­
  es  sich  mit  denen  von  Mangalore.  Hier  sehen  wir  zunächst
ein  portugiesirtes  englisches  Wort:  citizäo  197  und  zwei
anglisirte  portugiesische:  tizri  200  ff.  (thesouro  mit  englischem
Accent)  und  advantagens  205;  sodann  desde  que  (mit  Präsens
und  Futurum)  225.  264  im  causalen  Sinne  von  engl,  since  (vgl.
östr.  nachdem  —  da).  Endlich  aber  tritt  uns  hier,  ohne  dass
ich  bis  jetzt  anderswo  eine  Spur  davon  entdeckt  hätte,  eine
Erscheinung  entgegen,  welche  für  die  ganze  Frage  der  Sprachmischung ­
  von  Wichtigkeit  ist.  Das  Genetiv-s  des  Englischen
ist  ins  Portugiesische  übergegangen,  z.  B.  todos  casa’s  gente  ,alle
Leute  des  Hauses',  Alexandre's  alma  ,Alexanders  Seele'.  Man
könnte  daran  denken,  dieses  ’s  aus  dem  Possessivpronomen  su
zu  erklären.  Auf  Ceylon  sagt  man  nämlich  quem-su  .dessen'
(Reh),  elotros-su  ,ihr‘  (Plur.,  so  im  N.  T.  von  1853,  aber  dafür
seu,  seus,  sua,  suas  in  dem  von  1826),  letzteres  auch  zu  Macao;
zu  Cochim  manchu  su  luguer  ,des  Fahrzeugs  Miethpreis'  (A,  39).
Diese  Construction  begreift  sich  heim  Relativum  sehr  leicht;  sie
wurde  dann  auf  das  Personalpronomen  der  3.  Person  Plur.
übertragen,  um  eine  Scheidung  des  Plurals  vom  Singular  im
Possessivum  der  3.  Person  zu  erzielen;  wenn  sie  dann  auch
beim  Substantivum  vorkommt,  so  möchte  ich  da  schon  die  Einwirkung ­
  des  englischen  Genetivs  annehmen.  Jedenfalls  lässt
sich  ohne  eine  solche,  wenn  selbst  das  ’s  lautlich  dem  su  entsprechen ­
  sollte,  eine  so  weite  Anwendung  desselben  kaum  verstehen, ­
  die  übrigens  sogar  die  im  Englischen  gesetzten  Grenzen
überschreitet. 1  Wir  sehen  zwei  aufeinanderfolgende  Genetive,
so  hombre’s  olho's  casco  292.  Jedes  Genetivverhältniss  wird  auf
diese  Weise  ausgedrtickt,  so  ouru's  tamara  ,eine  goldene  Dattel',
ouru’s  quantia  ,eine  Menge  Gold'.  Indem  das  de  nach  Raumadverbien ­
  als  genetivisches  gilt  (vgl.  su  diante,  nosso  junto,  bossa
pert,  minha  traz,  coch.  sua  perto,  capverd.  si  diante,  malaiospan.
na  su  delante),  setzen  sich  z.  B.  arriba  da  meza,  —  da  bureau,
dentro  do  rio,  perto  da  fillia  de  Vm ce  in  meza’s  riba  180,  bureau’s
riba  174,  riu’s  dentro  247,  Vusse’s  fillia’s  perto  211  (hier  hat
1  Doch  haben  sich  liier  ausserdem  die  englischen  Nominalzusammensetzungen
  eingemischt,  z.  B.  cama's  roupa  168  =  bed-clotlies.  Auf  diese
mögen  auch  Bildungen  wie  dor-quebrado  Zurückgaben  ,  die  ich  in  ceylonportugiesischen ­
  Texten  wahrnehme.
            
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