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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Kreolische  Studien  VI.

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Der  Numerus  ist  vielfach  in  Uebereinstimmung  mit  der
portugiesischen  Grammatik  gebracht.  Nach  M.  ist  das  -s  immer
stumm  (bons  di  bedeutet  bom  di);  der  Plural  wird  durch  Verdoppelung ­
  gebildet:  tud  crianga  crianga,  succegad  casinh  casinha
(vgl.  32.  187).
Wenn  bezüglich  des  Geschlechtes  sich  Abweichungen
von  der  portugiesischen  Grammatik  finden,  wie  appontado  hora,
fundo  covci,  muito  merce,  so  meint  M.,  es  würde  in  der  That
so  gesprochen  (aber  wenn  die  Endvocale  stumm  sind?).
Der  Artikel  erscheint  besonders  in  den  Erzählungen  oft.
Für  em,  das  allerdings  57.  59.  259  steht,  wird,  ausser  vor  dem
Demonstrativpronomen,  regelmässig  die  articulirte  Form  gesetzt,
daher  sogar  no  outro  65,  no  lium  186.  244.  VIII,  13,  nu  väo  237.
Die  männliche  Form  scheint  begünstigt  zu  werden:  zwar  na  voss
porta  IV,  4,  na  Vusse’s  ter  192,  aber  nu  varj  VIII,  25,  no  su  corte
197,  no  Vusse’s  ter  216,  no  Vusse’s  proprici  ter  225  (vgl.  Kreol.
St.  II,  17).
Die  Personalpronomina  fehlen  als  Subjecte  in  manchen
Fällen,  wo  man  sie  erwartet;  so  tem  medo  91  (ich  fürchte),  nada
molesta  97  (ich  werde  nicht  belästigen),  Io  faze  99  (ich  werde
thun),  nada  sabe  124  (ich  weiss  nicht),  to  falla  136  (Sie  sagen).
Das  Präsenszeichen  hat  gewöhnlich  die  Gestalt  to:  to
bäte,  to  vai,  tu  come  u.  s.w.  Oefters,  wie  zu  Cochim,  te,  wofür  bei
vorausgehender  Negation  tem.  1  Nom  tem  sahi  58  steht  für  nom
tinha  sahi,  nom  tem  vi  143  für  nunca  vi,  tem  derivado  270  für  ja
deriva.  Organische  Präsensformen:  quer  (negativ:  niquer),  tem
(mit  to  137),  vai  (mit  to  72.  76,  mit  tem  128),  pode  (doch  deutet
conjunctivisches  pude  86.  265  auf  poder  hin),  deve. 2  In  durme
113.  131.  157.  167.  172.  V,  ouve  149.  VIII,  25,  cahe  220.  225
dürfen  wir  trotz  des  auslautenden  e  keine  stammbetonten  Formen
erblicken  (vgl.  Kreol.  St.  II,  15).  Tem  vertritt  port.  estä;  doch
wird  die  letztere  Form  Herrn  Mascarenhas  zufolge  auch  in
Mangalore  gebraucht.  Vgl.  eu  tem  contente  42  und  eu  estä  con-1
  Herr  Mascarenhas  bezeichnet  auf  meine  Anfrage  to  oder  tu  als  die  raangalore’sche
  Form,  wünscht  demnach  te  und  tem  in  dieselbe  verbessert
zu  sehen.
2  Auch  sähe?  Nach  M.  wird  betont  pode  saM,  dive  sabe,  aber  da  ist  das
Verbum  abhängig  (vgl.  querre  II,  9,  pud6).  Saht  IV,  3  würde  entscheiden,
wenn  das  Accentzeichen  ganz  sicher  wäre  (auch  pode  259  ist  falsch).
            
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