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Schuchardt.
bedienen. Im Allgemeinen sprechen die heutigen Indoportugiesen
keine anderen Sprachen als Malabarisch und Englisch; nur
unter den alten Leuten gibt es viele, welche des Indoportugiesischen
mächtig sind. Das gänzliche Aussterben desselben
in diesen Gegenden steht deshalb in nicht allzuferner Aussicht.
Den fortgesetzten Bemühungen des Herrn B. Graeter
von der Baseler evangelischen Mission zu Mangalore ist es
gelungen, mir Proben der dortigen Mundart zu verschaffen,
und zwar hatte ein alter gelehrter Katholik einheimischer Abstammung,
Herr F. M. Mascarenlias, die grosse Gefälligkeit, dieselben
niederzuschreiben. Ich bin beiden Herren dafür in ganz
besonderer Weise verpflichtet. Koch in letzter Stunde habe ich
von Herrn Mascarenhas neue Mittheilungen erhalten, nämlich
Texte, Lösungen gewisser Zweifel, geschichtliche Nachrichten,
darunter auch ausführliche und interessante ,IIistorical Memoirs
of the Mission in Canarah Ich bin dadurch in den Stand gesetzt,
einige allgemeine Betrachtungen vorauszuschicken.
Wenn wir uns Rechenschaft über die Ausbreitung, die
Differenzirung und das inselförmige Absterben des Indoportugiesischen
verschaffen wollen, so müssen wir vor Allem auf die
geistlichen Verhältnisse Rücksicht nehmen. Freilich lässt sich
aus der kirchlichen Statistik die uns fehlende sprachliche auch
nicht annähernd erschliessen. Man könnte vermuthen, dass die
dem Primas von Goa unterstehenden Katholiken mit denjenigen,
die sicli des Indoportugiesischen bedienen, mehr oder weniger
zusammenfallen; aber jene betrugen 1872 in den apostolischen
Vicariaten Vorder- und Hinterindiens nur 184.000 unter 969.000
Katholiken überhaupt, von denen die Hälfte indoportugiesisch,
die anderen alteinheimische Sprachen reden. Am frühesten
hat sich das Portugiesische an der Südwestküste festgesetzt.
Wir theilen dieselbe, die wir von der Südgrenze des Goaner
Gebietes bis zum Cap Comorin rechnen, in zwei Hälften, eine
südliche, das Malabar mit Cochirn als Mittelpunkt, wo schon
1502 die Portugiesen sich befestigten, bestehend aus den apostolischen
Vicariaten Quilon (8600 portug. Katholiken : 60.000)
und Vcrapoly (45.000 : 236.000), und eine nördliche, das Canara
mit Mangalore als Mittelpunkt, welchem das Vicariat Mangalore
entspricht (9000 : 45.000). Hier hatte der Katholicismus einst
die tiefsten Wurzeln geschlagen; Franeiscaner, Jesuiten, Thea-