Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Die  Sprache  der  Aleuten  und  Fuchsinseln.

809

nicht  anders  sagen  als:  ,Aus  den  heiligen  Büchern  erkennen
wir  Gott'.'
Desswegen  könne  man  die  Eigenschaften  und  die  Schönheiten ­
  der  aleutischen  Sprache  nicht  sowohl  in  den  Uebersetzungen
  in  sie,  als  in  der  von  Weniaminow  in  aleutischer
Sprache  verfassten  Belehrung  (gedruckt  in  der  Moskauer  Synodaldruckerei ­
  im  Jahre  1840)  ersehen,  in  welcher  nach  Möglichkeit ­
  alle  dieser  Sprache  eigenthümlichen  Wendungen,  Ausdrücke
und  selbst  Schönheiten  bewahrt  seien.
Der  jetzige  'Gebrauch  der  aleutischen  Sprache  sei  der
ungünstigste  für  ihre  Erhaltung  in  ihrem  alten  Zustande,  weil
die  Aleuten  bei  der  Annahme  des  christlichen  Glaubens,  keine
Schrift  besitzend,  ihre  alterthümlichen  Lieder  verloren,  in  welchen ­
  sie  die  glücklichen  Unternehmungen  ihrer  Waghälse  und
die  unglücklichen  Zufälle  ihrer  auf  dem  Meere  in  Noth  gerathenen
  Reisenden  besangen.  Einige  Aleuten  erinnern  sich
zwar  auf  irgendwelche  Erzählungen,  jedoch  Erzählungen  können
nicht  in  dem  Masse  die  Sprache  bewahren,  wie  gemeinschaftliche ­
  Liedei - ,  weil  auch  der  beste  Erzähler  in  seinen  Erzählungen
sich  nicht  um  die  Bewahrung  der  alten  Ausdrücke  bekümmere,
sondern  in  der  Sprache  seiner  Zeit  es  überbringe.  Deswegen
sei  es  jetzt  nicht  möglich,  Denkmale  der  alten  Sprache  zu
finden.
Viele  alte  Leute  versichern,  dass  ihre  gegenwärtige  Sprache
um  Vieles  von  der  alten  verschieden  sei,  wissen  aber  nicht  zu
erklären  worin  namentlich.  In  früherer  Zeit  bezeichneten  die
Unalaschkinzen,  und  in  der  gegenwärtigen  die  Atchinzen,  das
Meer  durch  das  Wort  injüdakh,  den  Himmel  durch  das  Wort
khujüdakh,  aber  jetzt  wird  statt  des  ersteren  das  Wort  alag’ukh,
statt  des  letzteren  das  Wort  inikh  gebraucht.  Injüdakh  bedeute
eigentlich:  ,sieh  biegend'  oder  ,biegsam',  von  dem  wenig  gebräuchlichen ­
  Verbum  injukükldng,  ich  biege  mich.  Khujüdakh
sei  man  nicht  im  Stande,  genau  zu  übersetzen,  doch  es  müsse
von  dem  Verbum  khujukükhing  ,ich  lege  mich'  stammen.  Es
möge  daher  ,abliegend'  oder  ,rings  um  etwas  liegend'  ausdrückcn.

Viele  Aleuten,  welche  mehr  oder  weniger  russisch  verstehen, ­
  besonders  diejenigen  aus  der  Zahl  der  des  Lesens  und
Schreibens  Kundigen,  gebrauchen  ohne  Noth  in  den  Gesprächen
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.