808
P f i 7. ra a i e r.
Nothwendigkeit eingesetzten Partikeln einzig nur des Lautes
wegen erdacht seien; es müsse sicher jede Partikel, sowohl für
sich als in Verbindung mit anderen, irgend eine besondere
Handlung oder Kraft, Eigenschaft und Stufe der Plandlung
u. s. w. bezeichnet haben. Es könne auch nicht sein, dass ein
in dem heutigen Sinne gänzlich identischer Begriff auf verschiedene
Art blos zur einfachen gewöhnlichen Mittheilung der
Gedanken ausgedrückt worden, wie in dem vorher angeführten
Beispiele zu ersehen. Dasselbe zeige, dass ein solcher Reichthum
an Ausdrücken für einen Wilden zur Darlegung seiner
Bedürfnisse und selbst zu seinen Erzählungen gänzlich überflüssig
sei.
Obgleich man sich in der aleutischen Sprache ziemlich
gut, deutlich, befriedigend und schön erklären und von ziemlich
abstracten Dingen sprechen könne, habe sie dennoch, wie jede
andere ihr ähnliche Sprache, ihre Mängel. Ohne von den Mängeln
in den Ausdrücken oder Wendungen zu sprechen, welche
im Allgemeinen schlicht, oft kindisch und grösstentheils so
schwerfällig und kalt wie die Aleuten selbst, seien die hauptsächlichsten
Mängel der Sprache:
Es gäbe in ihr durchaus keine abstracten Zeitwörter wie
,heiligen, nachdenken, segnen* u. s. w. Desswegen könne man
nicht jeden Gedanken der russischen Sprache in die aleutische
in demselben Sinne, wie er in der russischen steht, übertragen.
So könne z. B. der Satz: ,Segne die Verwünschenden* im
Aleutischen nicht anders ausgedrückt werden als: ,Von denen,
welche dich schmähen, sprich gut“.
Folglich gäbe es auch keine Adverbien, welche von
solchen Zeitwörtern stammen, auch diejenigen nicht, welche
im Russischen auf ho enden, wie ,unabänderlich oder durchaus,
auf vernünftige Weise* u. s. w.
Der bedeutendste Mangel zeige sich in Bezug auf die im
Russischen auf Hie endenden verbalen Hauptwörter. Daher
werde bei einer Uebersetzung aus dem Russischen in das Aleutische
der Satz: ,Das Lesen der heiligen Bücher ist sehr nützlich“
ausgedrückt durch: ,Wenn Jemand die heiligen Bücher
liest, dem erwächst Nutzen*, oder: ,Die heiligen Bücher lesen,
nützet sehr*. Wenn man aber im Russischen hinzufügt: ,Es
führt zur Gotteserkenntniss', so lässt sich dieses im Aleutischen