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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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P  f  i  7.  ra  a  i  e  r.

Nothwendigkeit  eingesetzten  Partikeln  einzig  nur  des  Lautes
wegen  erdacht  seien;  es  müsse  sicher  jede  Partikel,  sowohl  für
sich  als  in  Verbindung  mit  anderen,  irgend  eine  besondere
Handlung  oder  Kraft,  Eigenschaft  und  Stufe  der  Plandlung
u.  s.  w.  bezeichnet  haben.  Es  könne  auch  nicht  sein,  dass  ein
in  dem  heutigen  Sinne  gänzlich  identischer  Begriff  auf  verschiedene ­
  Art  blos  zur  einfachen  gewöhnlichen  Mittheilung  der
Gedanken  ausgedrückt  worden,  wie  in  dem  vorher  angeführten
Beispiele  zu  ersehen.  Dasselbe  zeige,  dass  ein  solcher  Reichthum ­
  an  Ausdrücken  für  einen  Wilden  zur  Darlegung  seiner
Bedürfnisse  und  selbst  zu  seinen  Erzählungen  gänzlich  überflüssig ­
  sei.
Obgleich  man  sich  in  der  aleutischen  Sprache  ziemlich
gut,  deutlich,  befriedigend  und  schön  erklären  und  von  ziemlich
abstracten  Dingen  sprechen  könne,  habe  sie  dennoch,  wie  jede
andere  ihr  ähnliche  Sprache,  ihre  Mängel.  Ohne  von  den  Mängeln ­
  in  den  Ausdrücken  oder  Wendungen  zu  sprechen,  welche
im  Allgemeinen  schlicht,  oft  kindisch  und  grösstentheils  so
schwerfällig  und  kalt  wie  die  Aleuten  selbst,  seien  die  hauptsächlichsten ­
  Mängel  der  Sprache:
Es  gäbe  in  ihr  durchaus  keine  abstracten  Zeitwörter  wie
,heiligen,  nachdenken,  segnen*  u.  s.  w.  Desswegen  könne  man
nicht  jeden  Gedanken  der  russischen  Sprache  in  die  aleutische
in  demselben  Sinne,  wie  er  in  der  russischen  steht,  übertragen.
So  könne  z.  B.  der  Satz:  ,Segne  die  Verwünschenden*  im
Aleutischen  nicht  anders  ausgedrückt  werden  als:  ,Von  denen,
welche  dich  schmähen,  sprich  gut“.
Folglich  gäbe  es  auch  keine  Adverbien,  welche  von
solchen  Zeitwörtern  stammen,  auch  diejenigen  nicht,  welche
im  Russischen  auf  ho  enden,  wie  ,unabänderlich  oder  durchaus, ­
  auf  vernünftige  Weise*  u.  s.  w.
Der  bedeutendste  Mangel  zeige  sich  in  Bezug  auf  die  im
Russischen  auf  Hie  endenden  verbalen  Hauptwörter.  Daher
werde  bei  einer  Uebersetzung  aus  dem  Russischen  in  das  Aleutische ­
  der  Satz:  ,Das  Lesen  der  heiligen  Bücher  ist  sehr  nützlich“ ­
  ausgedrückt  durch:  ,Wenn  Jemand  die  heiligen  Bücher
liest,  dem  erwächst  Nutzen*,  oder:  ,Die  heiligen  Bücher  lesen,
nützet  sehr*.  Wenn  man  aber  im  Russischen  hinzufügt:  ,Es
führt  zur  Gotteserkenntniss',  so  lässt  sich  dieses  im  Aleutischen
            
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