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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Die  Sprache  der  Aleuten  und  Fuchsinseln.

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Die  aleutisclie  Sprache  sei  nicht  arm  an  Zeitwörtern,
welche  sehr  umständlich  und  selbst,  bei  dem  heutigen  Sprachgebrauch ­
  e  und  im  Vergleich  mit  der  russischen  Sprache,  sich  im
Ueberflusse  in  den  Zeiten  und  Arten  verändern.  So  lässt  sich
für  ,tödte  nicht'  im  Aleutischen  sagen:  as-chasaganän,  cis-cliasaganachtcliin,
  as-chasalägdda,  as-chasdlägadakagan  und  selbst  ascliasddauluk.
  Hier  sei  jedes  Wort  in  der  gebietenden  Art  hingestellt ­
  und  bedeute:  tüdte  nicht.
Ausser  solchen  Veränderungen  in  den  Arten,  Zahlen,
Personen  u.  s.  w.  füge  man  fast  bei  jedem  einfachen  Zeitworte
zwischen  den  unveränderlichen  und  veränderlichen  Sylben  unveränderliche ­
  Partikeln  wie  z.  B.  s-cha,  l'ga,  ta,  da  u.  s.  w.
ein,  welche,  in  angemessener  Zusammensetzung  mit  dem  Zeitworte, ­
  diesem  verschiedene  Bedeutungen  geben.  So  könne
man  statt  des  gewöhnlichen  Wortes  kamgalik  ,er  betete'  sagen:
kamgasigdlik,  kamgasigatdlik,  kamgasigasa  dalik,  Jcamgasigatasädalik
  u.  s.  w.  Die  erste  eingefügte  Partikel  siga  bedeute:
gänzlich  oder  wahrhaftig;  ta:  nicht  blos  einmal;  sigasäda:
sehr  kräftig.  Doch  in  der  Verbindung  bezeichne  tasäda  eine
ungewöhnliche  Handlung.  Kamgasigatasädalik  bedeute  somit:
er  betete  mit  der  grössten  Anstrengung  in  einem  ganzen  oder
wahrhaftigen  Gebete,  angelegentlich  oder  nicht  blos  einmal,
und  sehr  kräftig.  Einen  solchen  Ausdruck  könne  man  blos
gebrauchen,  wenn  man  von  dem  Gottmenschen  spricht  (Lucas
  XXII,  44.)
Man  könne  keinen  vollkommenen  Begriff  von  der  Bedeutung ­
  aller  solcher  eingesetzter  Partikeln  geben,  und  Niemand
unter  den  heutigen  Aleuten,  selbst  nicht  unter  den  alten  Leuten,
wisse  Rechenschaft  zu  geben,  warum  er  einige  Partikeln  gebraucht, ­
  warum  er  z.  B.  ,er  sah'  durch  ukuchtälik  und  ukuchtakag’ilik
  ausdrückt.
Es  frage  sich,  ob  solche  in  der  russischen  Sprache  ungewöhnliche, ­
  in  die  Zeitwörter  als  in  den  wichtigsten  Theil  der
Rede  eingesetzte  Partikeln,  ebenso  die  überflüssigen  Veränderungen ­
  in  den  Abwandlungen  nicht  zu  Muthmassungen  führen
können,  dass  entweder  diese  jetzt  zu  verschwinden  beginnende
Sprache  einst  im  besseren  Gebrauche  gewesen,  oder  von  einer
der  ältesten  und  reichsten  Sprachen  stamme.  Desswegen  könne
es  nicht  sein,  dass  die  vielen,  jetzt  bisweilen  ohne  Auswahl  und
            
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