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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Die  Sprache  der  Aleuten  und  Fuchsinseln.

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Für  ,geheiligt'  sage  man  ädam  ,des  Vaters  oder  väterlich'. ­
  Z.  B.  'Adam  al’juclitasakhdngin  ,die  heilige  Schrift',  wörtlich: ­
  das  väterliche  Geschriebene.  'Adakh,  der  Vater.
Das  Wort  ,Dreieinigkeit'  wird  durch  Jchankun’dich  ,drei
seiend'  ausgedrückt.  Khdnkun,  drei.  ’A,  seiend.
Agüg’uJch-ag’imakh  ,die  Gottesmutter',  wörtlich:  welche  den
Schöpfer  (Gott)  geboren.
Weniaminow  sagt,  es  sei  bemerkenswert!!,  dass  es  in  der
aleutischen  Sprache  keine  eigenen  Wörter  für  ,leiden'  und
,verzeihen'  gebe.  Er  glaubt,  es  sei  desswegen,  weil  Leiden
oder  Körper-  und  Seelenleiden  ertragen  für  die  Aleuten  eine
gewöhnliche  Sache  sei,  welche,  nach  ihrer  Meinung,  weder
Tugend  noch  Gebrechen  ausmache.  Dass  sie  das  Wort  ,verzeihen' ­
  nicht  haben,  könne  desswegen  sein,  weil  Beleidigung
für  sie  nicht  fühlbar  sei.  Sich  an  den  Feinden  rächen,  würde
ein  feindseliges  Gefühl  sein.  Gegenwärtig  drücke  man  diese
Begriffe  bildlich  aus  und  ersetze  das  erstere  Wort  durch  amdkd.kükhing
  ,ich  ertrage',  das  letztere  durch  annüsäkükhing  ,ich
verwerfe'  oder  ig’utaküklving  ,ich  verlasse,  gebe  auf'.
In  der  aleutischen  Sprache  gebe  es  und  habe  es  auch
vordem  auf  die  Anatomie  bezügliche  Wörter  gegeben.  Es
seien  hier  nicht  Wörter  wie  Herz,  Leber,  Därme  u.  s.  w.  gemeint, ­
  sondern  solche,  welche  etwas  höher  als  gewöhnliche
Begriffe  sind,  wie  tug’icli  ,die  grosse  Blutader',  Sugudag’üjulc
; die  Stelle  am  Nacken,  wo  man  zum  Behuf  der  Heilung  sticht',
cunumgüdacli  ,eine  andere  solche  Stelle',  sig’zdakh,  ein  unerklärtes ­
  Wort  u.  s.  w.  Solche  Wörter  seien  wahrscheinlich  daher
entstanden,  dass  die  Aleuten  vor  der  Ankunft  der  Russen  sich
mit  dem  Studium  der  Eingeweide  des  Menschen,  entweder  des
im  Kampfe  erschlagenen  oder  an  Krankheiten  verstorbenen,
und  zwar  zu  Zwecken  der  Heilkunst,  befassten.
Bei  den  Aleuten  gebe  es  Namen  fast  für  alle  dortigen
Insecten  und  für  sehr  viele  Kräuter  und  Wurzeln,  welche  zu
Arzeneien  und  für  andere  Bedürfnisse  verwendet  werden.
Die  aleutische  Sprache  sei  sehr  reich  an  Ortsnamen,  so
dass  es  in  einer  einzigen  Bucht  Namen  für  jedes  Vorgebirge,
Vorgebirglein,  Büchtchen,  für  jede  Vertiefung,  jedes  Flüsschen,
Bächlein,  jede  Untiefe,  jeden  Stein  u.  s.  w.  gebe.  Und  daher
geschehe  es  oft,  dass  Aleuten,  welche  auf  einer  Insel  wohnen,
            
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