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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Pfizmaier.

In  der  aleutischen  Sprache  habe  es  bis  zu  der  Uebersetzung
  des  Katechismus,  d.  i.  bis  zu  dem  Jahre  1828,  weder
etwas  Geschriebenes,  noch  einen  Aufsatz,  noch  eine  Uebersetzung,
  ja  nicht  einmal  eine  eigene  Schrift  gegeben.  Indem
er  daher  ein  Alphabet  aufstellte,  wollte  Weniaminow  weder
eigene  Buchstaben  erfinden,  noch  fremde  entlehnen,  sondern
gebrauchte  vorzüglich  die  Buchstaben  der  russischen  Sprache.
In  der  aleutischen  Sprache  seien  auch  früher,  bis  zur
Bekanntschaft  der  Aleuten  mit  den  Russen,  einige  auf  Religion
bezügliche  Wörter  gewesen.  So  Agüg’ukh  ,Gott,  eigentlich  der
Schöpfer*.  Tunnuchtdg’ukli  ,Sünde,  oder  eigentlich  das,  was
der  Verdammung  werth  ist*.  ’Ang’ikh  ,Geist*.  ’Agüg’um.  ulü'
,das  Paradies,  oder  eigentlich  das  Haus,  der  göttliche  Wohnsitz ­
 1 .  Khüg’am  ,die  Hölle,  oder  eigentlich  der  Wohnsitz  des
Teufels*.
Seit  der  Erleuchtung  der  Aleuten  durch  den  christlichen
Glauben,  d.  i.  seit  dem  Jahre  1795,  seien  bei  ihnen  neue  derartige ­
  Wörter  gebildet  worden.  So  heisse  bei  den  Aleuten  das
himmlische  Reich  jetzt  agüg’um  angali  ,das  Licht  Gottes 1 .
Kamgam  tukkii  oder  kärnga  tukku  ,ein  Priester*,  wörtlich:
der  Vorgesetzte  des  Feiertages  oder  des  Gebetes.
Statt  as-clidlik  ,er  starb*,  welches  von  allen  lebenden  Wesen
gebraucht  wird  und  welches  die  ersten  Russen  in  Bezug  auf
ungetaufte  Aleuten  durch  Ttponaju.  ,er  ging  verloren*  übersetzten,
sagen  die  Aleuten  jetzt  tanäkliaddlik  ,er  hörte  auf  der  Erde  zu
leben  auf,  oder  er  hörte  auf,  zu  Gaste  zu  sein,  er  ging  an
seinen  Ort*.  Tanakh  bedeutet:  Erde,  Ort.
In  Sibirien  sagt  man  von  verstorbenen  Heiden,  sie  seien
,Verlorene*  (nponain,HMi.ie),  ,er  sei  verloren  gegangen*  (nponaü)
u.  s.  w.  Bei  dem  gemeinen  Volke  halte  man  es  selbst  für  eine
Sünde,  von  einem  Heiden  ,ein  Verstorbener*  (yMepmifi)  zu
sagen.  Ein  solcher  Ausdruck  eigne  sich  nur  für  Getaufte.
Khalä’gan  ilcin  dchs-chakh  ,begraben,  bestattet*,  wörtlich:
an  den  eigenen,  natürlichen  Ort  niedergelegt.  Klidlakh,  der
eigene,  natürliche,  gebührende  Ort.  ’l'län,  die  Postposition:  in,
bei.  Achs-cJiaküking,  ich  werde  abgegeben,  ich  gehe  fort.
Für  ,heilig*  bediene  man  sich  jetzt  des  Wortes  angalig’ad’igakh,
  hell.
            
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