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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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P  f  i  z  m  a  i  e  r.

allerdings  mit  eskimoischen,  gewöhnlich  entstellten  Wörtern  gemengt ­
  ist,  aber,  um  den  Grad  der  Verwandtschaft  zu  bestimmen,
nebst  Aufsuchung  neuer  Quellen,  die  sehr  schwierige  eskimoische
Sprache  besser  erlernt  werden  müsste.
Der  Priester  Herr  Iwan  Weniaminow  lebte  lange  Zeit
auf  Unalaschka,  später  auf  Sitcha  und  machte  sich  die  Sprache
der  Aleirten  und  Fuchsinseln  in  dem  Masse  eigen,  dass  er  mit
den  Eingebornen  mündlich  verkehren  und  ein  Buch  in  aleutischer
Sprache,  welches  im  Jahre  1840  in  der  Moskauer  Synodaldruckerei ­
  gedruckt  wurde  schreiben  konnte.  Sein  im  Jahre
1846  in  Petersburg  erschienenes  Werk  OniJTi.  PpaMMaTHKH
AüeyTCKO-AHCBeBCitaro  ,Versuch  einer  Grammatik  der  Sprache
der  Aleuten  und  Füchsinsein'  behandelt  die  aleutische  Sprache
sehr  ausführlich  und  schliesst  ein  kleines  Wörterbuch  in  sich,
welches  im  Gegensätze  zu  anderen  spärlichen  und  unzuverlässigen ­
  Vocabularien,  eine  mit  Sorgfalt  und  correct  ausgeführte
Sammlung  der  gebräuchlichsten  Wörter  ist.
Die  aleutische  Sprache,  eine  der  sechs  Hauptsprachen
der  Länder  des  Beringmeeres,  erscheint  besonders  durch  die
nahezu  unzähligen  Formen  und  Endungen,  deren  das  Verbum
fähig  ist,  merkwürdig.  Diese  Abhandlung  entstand,  indem  ich
mir  vorerst  eine  ziemliche  allgemeine  Kenntniss  des  Aleutischen
erwarb  und  dann  die  einzelnen  Theile  des  Weniaminow’schen
Werkes  zu  bearbeiten  begann.  Dabei  wurden  die  unzusammenhängenden ­
  Stellen  geordnet,  die  wahrscheinlich  durch  Verlesung
der  russischen  Handschrift  oder  sonstige  Unachtsamkeit  entstandenen, ­
  nicht  wenigen  Fehler  verbessert  und  manchmal  zu
dunklen  Angaben  Erklärungen  hinzugefügt.  Auf  diese  Weise
gelangte  ich  bis  zum  Schlüsse  des  eigentlichen  Verbums.  Was
zu  einer  Grammatik  noch  fehlt,  wie  die  Lehre  von  den  Participien,
  den  übrigen  Redetheilen,  die  Wortfolge  und  ähnliches,
bleibt  einer  zweiten  Abhandlung  Vorbehalten.
Weniaminow  schrieb  sein  Werk  nach  der  alten  hergebrachten ­
  Methode,  wovon  auch  in  dieser  Bearbeitung  nicht
abgewichen  wurde.  Durch  das  jetzt  beliebte  Grimmische  System
wird,  wie  sich  z.  B.  aus  Kleinschmidt’s  grönländischer  Grammatik ­
  darthun  lässt,  die  Erlernung  fremder  Sprachen  erschwert,
wo  nicht  unmöglich  gemacht.
            
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