lieber Hume’s empirische Begründung der Moral.
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nicht in ihrem Verhalten zum Geschmack, sondern in ihren
Folgen für die Gesellschaft zu suchen sei; vielmehr liegt demselben,
wie im Lauf dieser Abhandlung erwiesen worden ist,
gleichfalls ein sittliches Werthurtheil zu Grunde, nur nicht, wie
^ bei der Willenseigenschaft des Wohlwollens, ein positiv lautendes,
sondern ein negatives, die Verwerfung, von welcher die
Ungerechtigkeit, d. i. sowohl der Streit als die unvergoltene
That, unmittelbar getroffen wird.
Wie der willkürliche Charakter von Hume’s Grundlegung
der Ethik sich oben durch die, ohne Beweis vorausgesetzte,
Existenz eines untrüglichen inneren Forums, in der Gestalt
des sittlichen Geschmackes, so verräth sich derselbe hier in
der ohne Beweis erschöpfender Vollständigkeit herausgegriffenen
Zusammenfassung der Willenseigenschaften, des Wohlwollens
und der Gerechtigkeit, als des Inhalts der Moral. Derselbe
wird durch die Bezeichnung des Verfahrens in beiden Fällen
als empirischen zwar verdeckt, indem die willkürlichen Annahmen
Thatsachen genannt werden, aber nicht aufgehoben.
So gross Hume’s Verdienst durch die Einführung des Wohlwollens
als unmittelbar um ihrer selbst willen gefallender Willenseigenschaft
um den Inhalt, so gering ist dasselbe, durch die
Verwendung eines von ihm empirisch genannten, in Wahrheit
ebenso willkürlichen als aphoristischen Verfahrens, um die Form
der Ethik als Wissenschaft. Durch die erstere hat Hume in
wohlthätiger, durch das letztere in nachtheiliger Weise auf die
spätere Entwicklung der Moral als Wissenschaft gewirkt. Herbart
auf der einen, Comte und die Schule des Positivismus auf
der anderen Seite haben dem Wohlwollen seinen Platz in der
Wissenschaft gesichert, jener, indem er dasselbe durch eine
Reihe anderer unbedingt lobens- oder tadelnswerther Willenseigenschaften
zum Inhalt der Moral ergänzt, dieser, indem er
dasselbe allein zum ganzen Inhalt des Guten erhoben hat (Altruismus).
Während aber der erste an die Stelle der willkürlichen
1 Annahme eines untrüglichen Geschmacksvermögens die Tliatsaclie
vermöge ihrer logischen Natur untrüglicher Geschmacksurtheile,
und an die Stelle willkürlich aufgeraffter ethischer
Willenseigenschaften eine in sich geschlossene Reihe unbedingt
wohlgefälliger und missfälliger Willensverhältnisse gesetzt, aber
den ursprünglichen normativen Charakter der Ethik festgehalten
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