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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Ueber  Huine’s  empirische  Begründung  der  Moral.

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oder  nicht,  und  ob  dieses  oder  jenes  Urtheil  von  einem  Freunde
oder  einem  Feinde  ausgehen  würde'  (a.  a.  0.  S.  6).  Wie  der
Feind  die  Rolle  des  böswilligen,  der  Freund  jene  des  nachsichtigen, ­
  so  spielt  der  Geschmack  die  des  unparteiischen  Zuschauers, ­
  dessen  Urtheil  weder  durch  Abneigung  entstellt  noch
durch  Zuneigung  gefärbt,  sondern  durch  die  Betrachtung  der
Sache  ausschliesslich  hervorgerufen  ist.  Werden  auf  diese  Weise
gewisse  Willenseigenschaften  von  dem  Geschmack  als  lobens-,
gewisse  andere  als  tadelnswerth  gefunden,  so  genügt  es  ,jenen
Punkt  zu  beobachten,  in  welchem  die  schätzenswerthen  Eigenschaften ­
  einerseits,  die  tadelnswerthen  andererseits  übereinstimmen, ­
  um  von  da  aus  auf  die  Grundlage  der  Ethik  zu
kommen  und  jene  universellen  Principien  zu  linden,  von  welchen
jede  Billigung  oder  Missbilligung  in  letzter  Instanz  hergeleitet
wird“  (a.  a.  0.  S.  7).
Humc  nennt  diese  Methode,  von  welcher  seiner  Versicherung ­
  nach  allein  Erfolg  zu  erwarten  ist,  die  ,experimentelle', ­
  weil  durch  dieselbe  ,allgemeine  Grundsätze  aus  der  Vergleichung ­
  einzelner  Fälle  hergeleitet  werden.'  Richtiger  wäre
es,  sie  aus  diesem  Grunde  als  inductive  oder  generalisirende
zu  bezeichnen,  da,  wie  er  sagt,  aus  den  schätzenswerth  gefundenen ­
  wie  aus  dem  tadelnswerth  gefundenen  Willenseigenschaften ­
  derjenige  Punkt,  in  welchem  die  einen  wie  die  anderen
unter  einander  übereinstimmen,  herausgehoben  und  so  universelle ­
  Principien  sowohl  des  Schützens-  wie  des  Tadelnswerthen ­
  gefunden  werden  sollen.  Dieses  Verfahren  würde  sich
von  dem  der  inductiven  Wissenschaften  durch  nichts  anderes
unterscheiden,  als  dadurch,  dass  das  Object,  dem  ein  gewisses
Prädicat  allgemein  zugesprochen  werden  soll,  eine  Willenseigenschaft ­
  und  das  ihm  zugesprochene  Prädicat  Lob  oder
Tadel  wäie.  IV16  daraus,  dass  d  d,  d  C 1 ,  dl  D  ....  d  V  je  die
Eigenschaft  a  besitzen,  während  sie  alle  unter  einander  den
Bestandtheil  A  gemein  haben,  geschlossen  wird,  dass  alle  A  a
besitzen,  so  würde  aus  dem  Umstand,  dass  die  Willenseigenschaften ­
  aß,  a  y,  a  8  ....  a  v  je  lobenswerth  gefunden  worden
sind,  mit  Recht  geschlossen  werden,  dass  die  Willenseigenschaft ­
  a,  welche  in  jeder  derselben  als  Bestandtheil  auftritt,
lobenswürdig  sei.  Keineswegs  aber  wäre  dadurch  erklärt,  warum
den  ursprünglichen  Willenseigenschaften  aß,  a  v  u.  s.  w.,  aus
            
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